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Verbot Booster Drucken E-Mail
Nun werden auch Booster und Tuner verboten

kleber.jpg Ab dem 1. Juli 2008 gilt auf dem gesamten Verbandsgebiet von Swiss Table Tennis ein Verbot für Booster, Tuner und ähnlicher Produkte. Swiss Table Tennis setzt somit einen Entscheid der ITTF um, der anlässlich der Tischtennis-WM in Guangzhou getroffen wurde und bis heute einige Fragen offen lässt. Fest steht jedoch: Ab der Saison 2008/09 sind sämtliche Mittel verboten, die den Belag manipulieren wie das „Boostern“ oder „Tunen“. Auch glatte, lange Noppen sind ab der neuen Saison 2008/09 nicht mehr zugelassen.


Nachdem im Mai 2007 an der WM in Zagreb das Verbot mit VOC-haltigen Klebern beschlossen wurde, haben die Hersteller neue Wege gefunden. Es kamen neue, VOC-freie Kleber auf den Markt – die sogenannten Booster oder Tuner. Beim Benutzen dieser Kleber werden ähnliche Effekte erreicht wie beim klassischen Frischkleben. Nun hat auch für dieses Folgeprodukt das letzte Stündlein geschlagen. Nicht die Gesundheitsgefährdung steht diesmal im Fokus der Diskussion, sondern die Veränderung der Spieleigenschaft des Belages. Laut ITTF-Beschluss soll ein Belag so verwendet werden, wie er genehmigt wurde. Sämtliche physikalische, chemische oder sonstige Behandlungen, welche die Spieleigenschaften, die Reibung, das Aussehen, die Farbe, Struktur, Oberfläche usw. verändern, werden somit unzulässig. Die Booster und Tuner fallen genau in diese Kategorie.
Zudem darf laut dem Reglement der ITTF ein Belag eine Gesamtdicke von 4 Millimetern nicht überschreiten. Durch das Benutzen von Boostern und Tunern bei Belägen mit einer Schwammdicke von 2,0 mm bis 2,5 mm wird diese Gesamtdicke fast immer überschritten.

Kontrolle erweist sich als Knackpunkt
Die Umsetzung und Kontrolle dieser neuen Regelung dürfte sich allerdings als schwierig erweisen. Ob die für die Schlägerkontrollen vorgesehenen ENEZ-Geräte in Zukunft das Benutzen solcher Kleber werden nachweisen können, ist zurzeit fragwürdig. Da diese Kleber ausser der Spieleigenschaft auch den Belag selber verändern, werden die Kontrolleure ab nächster Saison besonders gefordert sein. Zusätzlich zum Messen der Belagsdicke müssen sie überprüfen, ob der Belag flach oder gewölbt auf dem Schläger klebt. Die Belagdicke kann durch den Schiedsrichter mit der an der Netzlehre angebrachten Einkerbung (4mm) vorgeprüft und vom Oberschiedsrichter mit einer Belagslupe genau erkannt werden.

Auch die glatten Noppen verschwinden
Ab dem 1. Juli 2008 werden sich auch viele Noppenspieler umstellen müssen, denn Beläge mit glatten langen Noppen werden von der Tischtennisszene verschwinden. Noppenbeläge müssen neu einen festgelegten Reibungswiderstand von mehr als 25 Mikronewton (Maßeinheit für den Reibungswiderstand) aufweisen. Der glatte Noppenbelag hatte bei Könnern einen entscheidenden Vorteil: Der Belag drehte die Rotation völlig um – je mehr Schnitt ein ankommender Ball hatte, desto mehr (umgekehrter) Schnitt kam zurück.
Damit werden in der Saison 2008/09 nur noch lange, griffige Noppen gespielt werden dürfen. Auch diese Kontrolle dürfte für die Verantwortlichen Oberschiedsrichter und Schiedsrichter eine Herausforderung werden. Mit Hilfe einer von der ITTF heraus gegebenen Liste, können Infos über verbotene Noppenbeläge eingeholt werden. Was passiert mit ITTF-konformen Noppenbelägen, die vom Spieler nachbehandelt wurden (mit Haarspray, Puder, usw)? Auch hierfür gibt es ein Testgerät, welches sich in Entwicklung befindet. Das Gerät testet die Reibungsfähigkeit der Noppen; ob es aber jemals auf nationaler Ebene benutzt werden kann, wird wohl hauptsächlich von dessen Preis abhängen.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. Juni 2008 )