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Walter Ziörjen - mit Leidenschaft dabeiWalter Ziörjen

„Lieber Walter, stell dich doch der Leserschaft einmal vor!". Mit dieser offenen Frage beginnt der Moderator das Gespräch, nicht ahnend, was jetzt alles kommt. Walter beginnt mit dem Satz: „Ungefähr 1880 wanderte mein Grossvater von Zweisimmen aus in das Bundesland Niedersachsen/ Deutschland ein". Der Reporter beginnt zu ahnen: hinter diesem Mann steckt eine spannende Lebensgeschichte. Die Annahme stellt sich als Realität heraus. Walter Ziörjen blickt auf eine bewegte Zeit zurück und voraus.



Geboren wurde Walter am 29. Juni 1942 im in Niedersachsen, im „Kreis Einbeck". Dort machte er seine Schulzeit und auch seine Ausbildung zum Teppichweber. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wurde seine Familie vom Schweizer Konsulat unterstützt, wodurch sie keine Not zu leiden hatten. Walter merkte schon damals, dass er der Schweiz sehr verbunden war. Im Juli 1962 erhielt er dazu eine Chance, sich diesen Wunsch zu verwirklichen. Er wurde als Auslandschweizer eingeladen, die RS zu absolvieren. „Dies war zwar keine Pflicht, aber es wurde gerne gesehen, wenn auch die Auslandschweizer ihren Dienst absolvierten". Walter nutzte die Möglichkeit und absolvierte vier Monate lang in Luzern als Minenwerfer  seinen Militärdienst. Es war eine ausserordentlich gute Zeit: „Ich verstand kein Wort Dialekt und war deshalb ein bekannter Rekrut, wir haben viel zusammen gelacht!".
Nach der RS ging der Fan des HSV wieder nach Deutschland um seinem Beruf nachzugehen. 1964 im März dann fand Walter eine Anstellung in der Schweiz. In Buchs St.Gallen konnte er als Teppichweber bei der örtlichen Teppichfabrik arbeiten. 1993 - mittlerweile war er der Leiter der Weberei - wurde die Fabrik geschlossen. Walter fand dann bei der Pago AG in Grabs SG, ein führendes Unternehmen für Etiketten und Etikettiersysteme, eine sehr gute Anstellung und beendete im Juni 2007 dort dann auch seine berufliche Laufbahn.
Familiär fand Walter 1973 sein Glück, als er seine italienische Freundin Guiseppina heiratete. Mit ihr hat er zwei Kinder, Christian (Kaufmann, verheiratet und ein Kind) und Claudia (Juristin, Rechtsanwältin, ledig). Diese Familie ist auch der Grundstein dafür, dass Walter mit so viel Einsatz im Tischtennissport dabei sein darf. „Meine Familie war immer sehr tolerant und hat mich jeweils auch toll unterstützt, egal was ich machen wollte". Ziörjen spielte schon zu seinen Zeiten in Deutschland Tischtennis, während der RS aber spielte er nicht einen Ball übers Netz. Als er 1964 in die Schweiz zurückkam, gab es in Buchs noch kein Tischtennisclub. Im Frühjahr 1970 entschloss sich die Leitung des Buchser Metallwerk Sportverein eine Tischtennisabteilung zu gründen. 1978 sah die Geschäftsleitung der Metallwerke keine Veranlassung mehr, den Club weiterhin zu unterstützen, weil sich keine Mannschaft mehr am Firmensport beteiligte. Im gleichen Jahr erfolgte die Namensänderung auf den Tischtennisclub Buchs SG. Erster Präsident war Hansueli Heeb, der sein Amt 1982 an Walter Ziörjen übergab. Bis heute führt Walter dieses Amt noch aus. In seinen Tagen als Präsident hat er immer wieder feststellen müssen, dass es zu wenige ehrenamtliche Helfer gibt, dagegen wollte er Paroli bieten: So übernahm er 1996 die Organisation des Ranglistenturniers für die Elite. Und da auch bei verschiedenen anderen Turnieren immer wieder Organisatoren fehlten, ergab es sich immer wieder, dass Ziörjen dies übernahm.
Dank seinem grossen Engagement erhielt er das Ehren - Funktionärsverdienstabzeichen von Swiss Table Tennis. „Das Internationale Komitee honorierte 2001 mit einem Olympischen Diplom meinen bemerkenswerten Beitrag als Freiwilliger in der Entwicklung des Sports und der Olympischen Bewegung sowie in der Förderung der Solidarität und der Freundschaft zwischen den Völkern", so Ziörjen stolz. Ausserdem hat er bei drei Seniorenweltmeisterschaften mitgemacht, 2002 in Luzern, 2006 in Bremen und 2008 in Rio, dies war sein absoluter Höhepunkt. Wenn es möglich ist, möchte er 2010 im chinesischen Hohot dabei sein.

„In meinen Zeiten als Helfer habe ich sehr viel Positives aber natürlich auch Negatives erlebt. Es ist aber eine grosse Freude immer wieder die gleichen Spielerinnen und Spieler in der Halle zu treffen. Auch seine Herzinfarkt 1990 und 2000 seine fünffache Bypassoperation  hielten ihn nicht davon ab, sich weiter für den Tischtennisport einzusetzen. Für mich ist es das Schönste wenn jemand kommt und sagt, dass es super war und er oder sie wieder kommen werde". Dies stellt ihn auf und motiviert ihn zusätzlich für die nächsten Jahre, wo er sogar noch einen Schritt weiter gehen will: „Ein Traum wäre natürlich, die Schweizermeisterschaften bei uns durchzuführen!". Wer Walter mit seinem Engagement und Feuer fürs Tischtennis kennt weiss, dass er auch dies ein super Anlass werden würde. Am nächsten Samstag ist Walter wieder mit vollem Einsatz dabei, wenn es am Finale des Eliten-Ranglistenturniers um den Sieg geht. Sein Lebensmotto wird ihn auch dort begleiten: „Lebe jeden Tag deines Lebens, als wenn er dein letzter wäre!"


10 Fragen an Walter Ziörjen

 

Welche vier Dinge fallen dir ein, wenn du an Deutschland denkst?  

Meine unbeschwerten Jugendjahre in Wellersen mit meiner Oma Auguste. Der Wiederaufbau nach dem Krieg. Der Erfolg von Uwe Seeler mit dem HSV und der Nationalmannschaft, sowie das Einbecker Maibock Bier.

Mit wem möchtest du im Lift stecken bleiben, mit wem nicht?   

Mit meiner Frau möchte ich gerne im Lift stecken bleiben, auf einen Aufenthalt mit Dieter Bohlen könnte ich aber verzichten.

 

Wenn du ein Tier wärst, welches wäre es?

Trakehner Hengst

 

Mit welchem Politiker möchtest du dich einmal treffen?

Mit Hildegard Fässler aus Grabs SG zusammen essen gehen und ein Gespräch führen.

 

Dein Shirt „wäre Tischtennis einfach, würde es Fussball heissen“ sorgt in der Fussballszene für grosse Aufregung!  Was können Tischtennisspieler ausser Tischtennis noch besser als Fussballer?

Fair spielen

 

Was  können Fussballer abgesehen von Fussball besser als die Tischtennisspieler?

Geld verdienen

 

In welchem Film wärst du gerne Hauptdarsteller gewesen?

Das Wunder von Bern

 

Mit welchem Sänger möchtest du ein Duett singen?  
Mit Udo Jürgens. Wir würden zusammen das Lied „mit 66 Jahren fängt das Leben an“ singen.

Dein Lieblingswitz?
Das Hörspielder schnellste Weg nach Worb“ von Ernst Mischler. Ein Berner erklärt einem Deutschen den Weg von Bern nach Worb.

Wen würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?  
Ich habe sehr viele liebe nette Freunde, die in Frage kommen würden, aber zuerst meine liebe Frau Giuseppina (wer sollte mich sonst verwöhnen), meinen Sohn Christian mit seiner Frau Claudia und  meinem Enkel Leandro, meine Tochter Claudia sowie unsere Tageskindern Liam und Callum Ormond mit ihrer Mutter Christine und  die alte Freizeitgarde vom TTC Buchs zum Molotov jassen.