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Rückblick von Georg Silberschmidt Drucken E-Mail

EM Halle Positive Entwicklung im Schweizer Tischtennis

Der Grossanlass bei unserem nördlichen Nachbar war ein einwandfrei organisierter Event. Die Resultate der deutschen Spieler und Spielerinnen liessen kaum Wünsche offen. Die Stimmung in der beim Mannschaftsfinale ausverkauften Porsche-Arena war grossartig. Dass die Heimmannschaft den Titel nach Hause brachte, war verdient und für die 6000 Zuschauer ein wunderbarer Grund zum Feiern.



Die Resultate der helvetischen Vertreter und Vertreterinnen gaben uns im Gegensatz dazu keinen Grund zum Feiern, aber auf jeden Fall Zuversicht, dass es in Zukunft doch den einen oder anderen Grund für kleine Feiern geben könnte. Obwohl beide Mannschaften nur kleine Verbesserungen zum Vorjahresergebnis erzielen konnten, sind einige positive Entwicklungen festzustellen. Beide Mannschaften haben es dieses Mal viel früher geschafft, den Klassenverbleib zu sichern. Teilweise gegen viel besser eingestufte Gegner/Innen und Mannschaften, von welchen zwei von drei Spielern als Profispieler ihren Lebensunterhalt verdienen. Erfreulich vor allem, dass Monika Führer und Nicola Mohler ihre guten Ergebnisse keinesfalls durch einen Zufall und einmalig bei dieser EM erreicht haben. Monika und Nicola haben die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Spieler/Innen der Top 120 zu schlagen, in Einzelfällen auch bessere. Dies ist vor allem der guten und seriösen Arbeit im Training zuzuschreiben. Auch die anderen Spieler/Innen haben in Einzelfällen gezeigt, dass sie in der Lage sind, die eine oder andere Überraschung zu schaffen. Konstant auf so hohem Niveau zu spielen, ist das, was leider (noch) fehlt. Ein langes Turnier wie die EM gibt allerdings nicht nur die Möglichkeiten nach vorne zu kommen, sondern bringt auch Erkenntnisse über die eigenen Schwächen bzw. wo es noch Potential zur Verbesserungen gibt. Obwohl der Unterschied zwischen Asien und Europa immer grösser wird, hat man deutlich feststellen können, dass es auch in Europa Änderungen gibt. Das Klebeverbot hat einmal mehr gezeigt, dass immer öfter nicht der beste Spieler sondern der beste Athlet gewinnt. Es wird viel mehr mit dem ganzen Körper gespielt, die Beinarbeit und Sprungkraft gewinnen an Bedeutung. Die Rotation, Platzierung und Mischtechniken über dem Tisch dominieren bei den Spitzenspielern. Mit jedem Tag des Turniers hat man bei vielen Spieler/Innen (auch bei den besten Europas) sehen können, dass nach dem anfänglichem Formanstieg ganz schnell und abrupt der Formabfall kommt. Die konditionellen Faktoren haben den unmittelbaren Zusammenhang mit der Taktik und der mentalen Stärke deutlich gezeigt. Nur die Athleten, die konditionell fit sind, können bis zum Schluss taktisch und mental stark auftreten. Das hat man auch bei unseren Vertreterinnen und Vertretern gesehen. Zum Ende des Turniers ging die Luft und Spannung (mental wie körperlich) aus. In ausführlichen Gesprächen wurden die einzelnen Stärken wie Schwächen erkannt und man ist bereit, sich mit der Materie ganz gezielt auseinander zu setzen. Wir hoffen, dass die positive Entwicklung anhält und gute Impulse für die Jungen gibt. Es ist auch in der Schweiz möglich, ein guter Tischtennisspieler zu werden!
Letzte Aktualisierung ( Montag, 07. Dezember 2009 )