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Positive Entwicklung im Schweizer Tischtennis
Der Grossanlass bei unserem nördlichen Nachbar war ein einwandfrei
organisierter Event. Die Resultate der deutschen Spieler und
Spielerinnen liessen kaum Wünsche offen. Die Stimmung in der beim
Mannschaftsfinale ausverkauften Porsche-Arena war grossartig. Dass die
Heimmannschaft den Titel nach Hause brachte, war verdient und für die
6000 Zuschauer ein wunderbarer Grund zum Feiern.
Die Resultate der helvetischen Vertreter und Vertreterinnen gaben uns
im Gegensatz dazu keinen Grund zum Feiern, aber auf jeden Fall
Zuversicht, dass es in Zukunft doch den einen oder anderen Grund für
kleine Feiern geben könnte. Obwohl beide Mannschaften nur kleine
Verbesserungen zum Vorjahresergebnis erzielen konnten, sind einige
positive Entwicklungen festzustellen. Beide Mannschaften haben es
dieses Mal viel früher geschafft, den Klassenverbleib zu sichern.
Teilweise gegen viel besser eingestufte Gegner/Innen und Mannschaften, von
welchen zwei von drei Spielern als Profispieler ihren Lebensunterhalt
verdienen. Erfreulich vor allem, dass Monika Führer und Nicola Mohler
ihre guten Ergebnisse keinesfalls durch einen Zufall und einmalig bei
dieser EM erreicht haben. Monika und Nicola haben die Fähigkeiten und
Fertigkeiten, die Spieler/Innen der Top 120 zu schlagen, in
Einzelfällen auch bessere. Dies ist vor allem der guten und seriösen
Arbeit im Training zuzuschreiben. Auch die anderen Spieler/Innen haben
in Einzelfällen gezeigt, dass sie in der Lage sind, die eine oder
andere Überraschung zu schaffen. Konstant auf so hohem Niveau zu
spielen, ist das, was leider (noch) fehlt. Ein langes Turnier wie die
EM gibt allerdings nicht nur die Möglichkeiten nach vorne zu kommen,
sondern bringt auch Erkenntnisse über die eigenen Schwächen bzw. wo es
noch Potential zur Verbesserungen gibt. Obwohl der Unterschied zwischen
Asien und Europa immer grösser wird, hat man deutlich feststellen
können, dass es auch in Europa Änderungen gibt. Das Klebeverbot hat
einmal mehr gezeigt, dass immer öfter nicht der beste Spieler sondern
der beste Athlet gewinnt. Es wird viel mehr mit dem ganzen Körper
gespielt, die Beinarbeit und Sprungkraft gewinnen an Bedeutung. Die
Rotation, Platzierung und Mischtechniken über dem Tisch dominieren bei
den Spitzenspielern. Mit jedem Tag des Turniers hat man bei vielen
Spieler/Innen (auch bei den besten Europas) sehen können, dass nach dem
anfänglichem Formanstieg ganz schnell und abrupt der Formabfall kommt.
Die konditionellen Faktoren haben den unmittelbaren Zusammenhang mit
der Taktik und der mentalen Stärke deutlich gezeigt. Nur die Athleten,
die konditionell fit sind, können bis zum Schluss taktisch und mental
stark auftreten. Das hat man auch bei unseren Vertreterinnen und
Vertretern gesehen. Zum Ende des Turniers ging die Luft und Spannung
(mental wie körperlich) aus. In ausführlichen Gesprächen wurden die
einzelnen Stärken wie Schwächen erkannt und man ist bereit, sich mit
der Materie ganz gezielt auseinander zu setzen. Wir hoffen, dass die
positive Entwicklung anhält und gute Impulse für die Jungen gibt. Es
ist auch in der Schweiz möglich, ein guter Tischtennisspieler zu
werden!
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