| Tischtennisdoppel |
|
|
|
Überträgt
sich eine „Tennis-Krankheit" ins Tischtennis?
Michael Maze hat es an der EM in Stuttgart mit Erfolg gemacht, Timo Bolls Trainer Richard Prause denkt laut darüber nach: Die besten Spieler sollen nur noch im Einzel antreten und auf die Doppelkonkurrenzen verzichten. Erleben wir im Tischtennis bald die gleiche Entwicklung wie beim grossen Bruder Tennis? Text: SR/DTTB „Die Belastung, in beiden Wettbewerben anzutreten ist zu gross", so äusserte sich der Däne Michael Maze vor den Europameisterschaften in Stuttgart, als er seinen Verzicht auf das Doppel bekannt gab. Wie wir wissen hat sich dieser Plan gelohnt und der Däne trägt den Titel des Europameisters. Prause argumentiert: „Das Ziel eines jeden Profis muss sein, einen Titel zu gewinnen. Also gilt es die Kräfte am jeweiligen Grossanlass klug auf das Ziel einzuteilen, daher ist der Gedanke eines Verzichts durchaus legitim". Dennoch hat Maze mit seinem Auftritt an der EM die Diskussion entfacht und es stellt sich die Frage, ob eine ähnliche Entwicklung wie im Tennis zu erwarten ist. Sucht man nämlich einen Top-10-Tennisspieler in der Doppelrangliste muss man bis zur Position 34 gehen, wo man die Weltnummer 10, Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich findet, Roger Federer belegt gar die Position 559! Wie er aber an Olympia 2008 bewiesen hat, ist es nicht so, dass er kein guter Doppelspieler ist, es ist schlicht die zu hohe Belastung in einer Woche zwei Matches pro Tag spielen zu müssen. Im Tennis gibt es mittlerweile eine klare Zweiklassengesellschaft, denn die besten Doppelspieler sind in der Einzelrangliste ebenfalls weit hinten zu finden. Auf diese Entwicklung wurde Timo Boll angesprochen: „So etwas sehe ich nicht kommen. Es wird mit Sicherheit einige geben, die kein Doppel spielen. Aber gerade die Chinesen werden auch in Zukunft Doppel spielen, sie können schliesslich alles gewinnen". Im Mixed ist diese Entwicklung aber längst Praxis: Sämtliche europäischen Stars verzichten auf die Mixedwettkämpfe, deshalb ist das gemischte Doppel längst zu einer Domäne der Asiaten geworden. Eine ähnliche Situation ist uns Schweizern bestens bekannt: Seit rund 10 Jahren verzichtet Thierry Miller auf die Mixed-Konkurrenzen an der Schweizermeisterschaft. „Einerseits trainiere ich viel weniger und bin konditionell nicht mehr so fit. Da bringt es nichts noch eine dritte Konkurrenz nicht Vollgas zu spielen. Ausserdem war es zeitlich bis anhin auch immer schwierig zu vereinbaren, ich brauche meinen Schlaf, was in den letzten Jahren aufgrund des Zeitplans nie möglich gewesen wäre". Ausgerechnet auf die nächste SM hin überlegt sich Miller aber, ob er wieder spielen möchte, weil der Zeitplan viel besser angepasst wurde. „Es ist aber vorwiegend eine Frage der Kondition". Auch bei der ITTF hat man den Trend erkannt und versucht bereits den Wert des Doppels wieder zu erhöhen: Der ITTF-Präsident Adham Sharara kämpft hinter den Kulissen dafür, den Doppel-Wettbewerb wieder ins olympische Programm aufnehmen zu lassen, unter Beibehaltung der Mannschaftswettkämpfe und des Einzels. Spätestens dann sollten alle Überlegungen hinfällig werden. |
|
| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 07. April 2010 ) |











