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Porträt Pedro Osiro

26733489 1806744489336817 3015030018439484714 nArbeiten an den Träumen

Seit er im letzten Sommer die Sekundarschule abgeschlossen hat, setzt Pedro Osiro ganz auf Tischtennis. Er ist von Binningen nach Eslöv gezogen und arbeitet in Schweden an seinem Traum von der Teilnahme an WM und Olympischen Spielen.

Text: Stefan Kleiser / Fotos: zvg

 

Schnee habe es nicht wahnsinnig viel, aber Wind und Regen, berichtet Pedro Osiro vom schwedischen Winter. «Ich wohne mit einem Tischtennisspieler aus Finnland zusammen. Ist kein Training, dann gehen wir Bowling spielen, ins Schwimmbad oder zu anderen Kollegen.» Aber die Stadt Eslöv ist klein. Sie hat bloss 20 000 Einwohner. «Wenn man etwas anderes als Tischtennis machen will, muss man den Zug nehmen.» Und wegfahren. 30 Minuten oder eineinhalb Stunden. «Aber zum Bowling nur 15 Minuten», schmunzelt Osiro.

 

In Eslöv ist nichts los, aber es ist ein Trainingsparadies. Der örtliche Allmänna Idrottsförening Bordtennisklubb ist zwölffacher schwedischer Meister und stellt ein Team in der Champions League. 2016 stand die Auswahl um den Chinesen Xu Hui im Final und verpasste den Sieg nur wegen weniger gewonnener Sätze. Pedro Osiro verbringt ein Jahr im Ort nahe Malmö und Kopenhagen, um ein noch besserer Tischtennisspieler zu werden. «Es hat hier gute Trainingspartner und drei verschiedene Trainer», schwärmt er.

 

Bolognaise und Carbonara

 

Fleissig, motiviert, fokussiert: so beschreibt sich der 16-Jährige. Jeden Tag, von Montag bis Freitag, trainiere er zwei Mal drei Stunden an der International Table Tennis Academy. Drei Stunden am Morgen, drei am Nachmittag. Weiter stehen zwei Krafttrainings pro Woche auf dem Programm. «Am Samstag und Sonntag ist das Training freiwillig.» In der Schweiz sei es schwierig, zwei Mal täglich mit verschiedenen Trainingspartnern zu üben, sagt der Baselbieter. Also verliess er nach der Sport-Sekundarschule Muttenz für vorerst einmal ein Jahr.

 

pedro kochen

 

Im World Wide Web auf das Trainingszentrum in Eslöv aufmerksam geworden, schrieb Osiro ein E-Mail, schaute sich im November 2016 alles an, und ist jetzt dort. Natürlich vermisse er die Familie, Freunde, Basel, sagt der A-Kader-Juniorennationalspieler. Das Abmachen mit Kollegen. «Man ist schon ein bisschen alleine in Eslöv.» Pedro Osiro wohnt auch nicht mehr zu Hause. Aber er hat sich vorbereitet. «Mein Vater ist Koch. Er hat mir ein paar Sachen gezeigt, bevor ich nach Eslöv ging. Basis-Dinge kochen wie eine Bolognaise oder Carbonara.»

 

Täglich am Tisch seit sechs Jahren

 

Wie viel besser ist er in Schweden schon geworden? «Viel besser», antwortet der Junioren-Einzel-Schweizer-Meister von 2012, 2013 und 2016. «Ich bin selbstbewusster mit der Rückhand, und in den offenen Ballwechseln mache ich weniger Fehler.» Rückhand-Topspin ist sein Paradeschlag, der Chinese Fan Zhendong sein Vorbild. Die Qualität der Vorhandschläge habe er ebenfalls steigern können, findet Osiro. Nur müssten sie noch schneller werden. An der Schweizer Meisterschaft bezwang der Junior anfangs März bei der ersten Teilnahme gleich den 14-fachen Schweizer Meister Thierry Miller und spielte sich in Runde drei. Mit KFUM Kristianstad BTF qualifizierte er sich in der dritten schwedischen Liga für die Playoffs um den Aufstieg.

 

Fortschritte machte Pedro Osiro schon immer. Tischtennis lernte er in Binningen und Muttenz, nachdem er als Sechsjähriger mit den Eltern in die Schweiz kam. In Brasilien, der Heimat der Eltern, hatte er sich im Schwimmen, Fussball und Judo versucht. «Ich trainiere täglich Tischtennis, seit ich zehn Jahre alt bin», sagt Osiro. Damals war er D1-klassiert. Zwei Jahre später war er B12 eingestuft und stand zum ersten Mal in der Nationalliga B an der Platte. Nochmals zwei Jahre später war er A18 klassiert.

 

Unter Druck wegen Schweden

 

Langweilig wurde Tischtennis nie. «Es gibt so viel Variation und Schnitt und Spinwechsel! Tischtennis ist schnell. Man muss sich immer anpassen und parat sein.» Es gehe darum, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen – und das Gegenteil vom Erwarteten zu machen. Der nächste Schritt: Lernen, mit den gestiegenen Erwartungen umzugehen. Im Februar unterlag Pedro Osiro am Nachwuchs-Ranglistenturnier dem schwächer eingestuften Barish Moullet. «Ich war nervös, weil ich vorher das Top 24 gewonnen hatte. Und weil ich in Schweden trainiere und die anderen nicht. Ich machte mir Druck.»

 

Vom Top 8 könne er aber lernen. «Ich weiss nun, dass ist immer noch 3:2 gewinnen kann, wenn ich 0:2 zurück liege.» Gewöhnlich spiele er im Wettkampf jedoch besser als im Training. «Ich finde es einfacher.» Und wäre er nicht im Tischtennis aktiv, «würde ich Badminton spielen», verrät der 16-Jährige, der davon träumt, einmal in einer grossen Liga zu spielen und vom Sport leben zu können. Die Teilnahme an WM und Olympischen Spielen sind ebenfalls Karriereziele. Ob er auch nächsten Winter in Schweden sein wird, hat Pedro Osiro noch nicht entschieden. Das hänge davon ab, «wie viele Fortschritte ich gemacht habe, ob es sich gelohnt hat».

 

 

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