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Tischtennis-Theorie April 2019

Foto I

Blickstrategie in der Fehlerkorrektur oder: Wie man vor lauter Wald wieder die Bäume sieht

Um als Trainerin oder Trainer die Technik unserer Kinder und Jugendlichen nach dem Erlernen verbessern zu können, ist eine Kompetenz zur Korrektur der Technik/Bewegung notwendig. 

Hierzu gilt es im ersten Schritt, den oder die Fehler zu erkennen. Meiner Erfahrung aus Traineraus- und .fortbildungen nach, tun sich einige TrainerInnen in diesem Punkt schwer. Sie sehen quasi vor lauter Wald die Bäume nicht. Wo sollen sie hinschauen und vor allem: wo sollen sie zuerst hinschauen?

 

Text und Fotos: Dirk Lion

 

Blickstrategie und die Schlagarmbewegung als wichtiger Ansatzpunkt

Als Unterstützung in der Fehlererkennung dienen sogenannte Blickstrategien. Dabei ist zunächst wichtig zu betonen: Die Hauptaktion, die eine Tischtennis-Bewegung ausmacht, ist die Schlagarmbewegung. Ohne diese könnte die Bewegung genauso gut eine Tanzbewegung o. Ä. sein. Daher ist es ratsam, sich zunächst auf diese zu konzentrieren. Denn, das macht es nicht einfacher, Tischtennis ist zu allem Überfluss auch noch die schnellste Rückschlag-Sportart der Welt. Folgende zwei Blickstrategien sind zu unterscheiden:

 

Blickstrategie I: Füße -> Schlaganfang -> Balltreffpunkt -> Schlagende („von unten nach oben“)

Blickstrategie II: Balltreffpunkt -> Schlaganfang und Schlagende -> Füße

 

Balltreffpunkt als zentrales Kriterium

Im Folgenden wird von der zweiten Blickstrategie ausgegangen. Die Technik ist im Tischtennis Mittel zum Zweck. Das heißt, es wird eine bestimmte Technik ausgeführt, um ein Ziel zu erreichen. Wer die Vorhand-Topspin-Bewegungen von Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Vladimir Samsonov vergleicht, wird Unterschiede hinsichtlich Schlagansatz, Schlägerstellung oder Schlagende feststellen. Dennoch liegen diese alle in einem sogenannten Technikkanal, d. h. die Bewegung ist funktional. Eine Gemeinsamkeit haben die Schläge in nahezu allen Fällen: Den Balltreffpunkt im sogenannten „Goldenen Dreieck“. Es ist in der Fehlerkorrektur ratsam, sich zunächst auf den Balltreffpunkt zu konzentrieren.  Daran anschließend werden der Schlagansatz und das Schlagende angeschaut und erst am Ende die Fußstellung. Diese ist, obwohl als letztes betrachtet, ebenfalls häufig der Schlüssel zur Lösung bestimmter Probleme. Durch eine Öffnung des Fußes öffnet sich die ganze Kette vom Knie über Hüfte bis hoch zur Schulter.

 

Fehlerhierarchisierung

Der Fehlerentdeckung folgt die Frage nach der Hierarchisierung der Fehler: Was ist der Hauptfehler, was ein daraus resultierender Nebenfehler? Korrigiere ich das Hohlkreuz, in das mein Spieler gerät („Bleibe mit dem Oberkörper tief!“), obwohl der Hauptfehler in einer zu nahen Tischposition liegt und aus der das Hohlkreuz entsteht, habe ich den Hauptfehler nicht erkannt. Unser Spieler wird immer wieder in das Hohlkreuz fallen.

 

Fehlerverbesserung: Korrekturformen und der Einsatz von Hilfsmitteln

Wie verbessern wir nun Fehler im Training? Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ist es von großer Bedeutung, mehrere Sinne anzusprechen. Zudem hat jedes Kind einen anderen Lernstil, auf den es mehr oder weniger anspricht. Dieses Vorgehen unterstützt und beschleunigt das Lernen im Allgemeinen und das Erlernen einer Technik im Besonderen. Daher sollten die folgenden drei Korrekturformen verschränkend angewandt werden.

  • Akustisch
  • Visuell
  • Taktil

Es gilt, neben verbalen Hinweisen gleichzeitig auch visuelle Reize (zum Beispiel durch korrektes (!) Vormachen oder Zeigen eines Videos/Posters) anzusprechen sowie taktile Hilfen (Bewegung/Schlagarm führen) zu geben.

 

In der Fehlerkorrektur sollte darüber hinaus viel mit dem Einsatz von Hilfsmitteln gearbeitet werden. Diese beschleunigen die Lernfortschritte enorm und haben daher ihre Berechtigung im Trainingsalltag. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte Spinbälle. Diese dienen einerseits zum Erfühlen einer Streifbewegung zum Beispiel beim Flip oder Topspin, sowie zum Erlernen von Rückwärtsrotation beispielsweise beim RH-Schupf.

 

Eine aufgesetzte Mütze unterstützt Kinder beim Erfühlen des richtigen Schlagendes beim Vorhand-Topspin. Ein aufgestellter Kasten ist ein ideales Hilfsmittel, damit Kinder den richtigen Schlagansatz wählen. Daneben können Stangen (RH-Schupf) oder Frisbees (RH-Topspin) sowie weitere Hilfsmittel eingesetzt werden. Sie gehören als Unterstützung zum Erwerb und zur Verbesserung einer Technik in jedes Training.

 

Mit einem frischen Blick wünsche ich gutes Gelingen in der nächsten Trainingseinheit!

 

 

Weitere Artikel in dieser Sidespin-Ausgabe:

Porträt Pedro Pelz

Vorschau auf die WM in Budapest

Nachruf Mario Mariotti

Bericht Special Olympics in Abu Dhabi

 

 

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