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Sidespin-Artikel: Jäger der letzten weissen Flecken

Bild 1 GeorgJäger der letzten weissen Flecken

 

Seit Mai gibt es in jedem Land der Welt einen Tischtennisverband.

 

Georg Silberschmidt, Chef Leistungssport von Swiss Table Tennis, erklärt, warum das der ITTF wichtig ist – und erzählt, wie er bei der Gründung von drei Verbänden in der Karibik mithalf.

 

 

Interview: Stefan Kleiser, Fotos: www.vincytabletennis.com

 

Am 6. Mai wurde der Tischtennisverband von Guinea Bissau in den Weltverband aufgenommen. Und die ITTF meldete, Tischtennis sei die erste Sportart mit nationalen Verbänden in allen 226 Ländern der Welt. Georg Silberschmidt, warum ist das so wichtig?

Es ist das Ziel der ITTF, Tischtennis zu popularisieren und zu professionalisieren. Ein neuer nationaler Verband kann Unterstützung beantragen: Er bekommt von der ITTF ein Begrüssungspaket, einen Trainerkurs und Material. Und in mindestens 100 der 226 Länder ist das Material ein grosses Problem. Es geht um mehr, als nur eine grössere Zahl an Mitgliederverbänden zu haben.

 

Es ist aber klar: Wenn auf Samoa mehr Tischtennis gespielt wird, gibt es nicht mehr Tischtennis am Schweizer Fernsehen.

 

Warum betont der Weltverband seine Grösse? Ist Tischtennis mit mehr nationalen Verbänden toller?

Wenn man 226 Nationalverbände hat, dann darf man schon ein bisschen stolz sein – die Unterprivilegierten haben eben Freude, wenn sie irgendwo die Besten sind. Wenn Swiss Table Tennis in jeder Bergregion der Schweiz vertreten wäre, würden wir auch jubeln.

 

Es war zu vernehmen, die ITTF wolle möglichst vielen nationalen Verbänden die WM-Teilnahme ermöglichen. Wird die WM in Zukunft grösser?

Das Gegenteil ist der Fall. Die WM wird gekürzt auf 72 Nationen, eventuell sogar auf 48. Im letzten Jahr in Malaysia waren es noch über 100 Teams. Im Moment dürfen nur noch Länder an der WM teilnehmen, die auch die Kontinentalmeisterschaft bestritten haben. Die Kosten der Teilnahme an der Kontinentalmeisterschaft muss man aber selber tragen.

 

Zurück zu den Landesverbänden: Sie haben bei deren Gründung in der Karibik geholfen: 2011 diejenigen von Antigua and Barbuda sowie den British Virgin Islands, und 2014 jenen der US Virgin Islands. Waren Sie also in den vergangenen Jahren ein Jäger der weissen Flecken auf der Landkarte?

Das war eine Art Submission von mir. Damit niemand aus der ITTF extra in diese Länder reisen muss. Die Fähre kostet mich ja nur 30 Dollars, und die Reise einen halben Tag Zeit.

 

Bild 2 Georg

Sie waren also bereits aus anderen Gründen in der Karibik – wie kam es dazu?

Ich werde vom Weltverband angefragt, in anderen Ländern Kurse durchzuführen, meistens Trainerkurse. In der Karibik findet man rasch Kontakte und die verschiedenen Inseln liegen nahe beisammen. Ich war zum Beispiel auf den British Virgin Islands, und da erzählte mir jemand, er kenne jemanden auf den US Virgin Islands, der auch Tischtennis spiele. Die Inseln liegen nur eineinhalb Stunden mit der Fähre auseinander. Auf den US Virgin Island habe ich die Person dann getroffen.

 

Und dann?

In einer Schule hatte es drei Tische. Wir haben ein wenig Tischtennis gespielt und das Nationale Olympische Komitee besucht und ich habe erklärt, dass es doch super wäre, einen Tischtennisverband zu gründen. Denn dann bekäme man Unterstützung vom Weltverband. Die Gründung ist nicht schwierig, dafür gibt es eine Mustervorlage. Aber ich habe danach trotzdem nichts mehr gehört. Ich habe eine E-Mail geschrieben, dann noch eine, und dann angerufen. Man sagte mir, es sei grad viel los gewesen. Dann war der designierte Präsident krank und es ging wieder ein halbes Jahr nichts. Schliesslich schien endlich alles okay – aber dann passierte wieder ein Jahr nichts. Dabei ist die ausgedruckte Vorlage nur vier Seiten lang. Schliesslich und endlich hat es dann aber doch noch geklappt.

 

Gab es auf den US Virgin Island schon vor der Verbandsgründung Tischtennis?

Es gab eine Gruppe von Spielern, und die hatten ein paar Tische. Es gab auch einen Schulsportkurs. Aber alles war unstrukturiert. Es gibt zum Beispiel keine nationalen Meisterschaften oder Ligasysteme und auch keinen nationalen Schulsportevent wie die Gubler School Trophy.

 

Haben Sie noch Verbindungen mit den Verbänden, bei deren Gründung Sie geholfen haben?

Mit dem Verantwortlichen von Antigua and Barbuda habe ich hin und her geschrieben, ob er an die WM kommt. Und vor eineinhalb Jahren habe ich auf Saint Vincent and the Grenadines eine Stiftung gegründet (www.vincytabletennis.org), damit etwas Überdauerndes bleibt. Nach einen ITTF-Trainerkurs bekommt niemand sofort ein Diplom – sondern erst, wenn er 30 Stunden Training erteilt und einen Rapport ausgefüllt hat. Das machen aber wenige. Das Feuer war da, doch es erlosch immer wieder – dem sollte die Stiftung Abhilfe schaffen.

 

Gibt es in den Ländern, in denen zuletzt Anstrengungen zur Förderung von Tischtennis unternommen wurden, schon gute Spieler?

Ja. Zum Beispiel Puerto Rico. Vor zehn Jahren nahm der Verband nicht an der WM teil. Dann begann die Förderung über das Development Program der ITTF. In Malaysia klassierten sich die Frauen aus Puerto Rico im gleichen Rang wie die Schweizerinnen, die Männer waren sogar zwölf Plätze besser. In Puerto Rico gibt es ein nationales Trainingszentrum, da kommt mir das Augenwasser. Und in der Mongolei gibt es ausser einem Leistungszentrum gar nichts.

 

Bild 3

 

Und in St.Vincent and the Grenadines?

In St.Vincent and the Grenadines geht die Post ab. Bequia, eine der Inseln, hat 5000 Einwohner, und es sind 50 Kinder im freiwilligen Schulsport. Es gibt eine Millionärin, die da wohnt. Sie sagte mir: «Ich will einen Champion haben, einen Olympiasieger». Ich antwortete: «Das wird schwierig». Und sie meinte: «Ich bezahle alles». Danach wurden 12 Buben und Mädchen selektioniert und zwei Trainer angestellt, welche nun je 6 Stunden Training die Woche anbieten. In sieben Jahren könnten die Spieler von St. Vincent and the Grenadines besser sein als die Schweizer.

 

Zur Person

Georg Silberschmidt ist Sportchef von Swiss Table Tennis und gibt in verschiedenen Ländern Trainerkurse für die Internationale Table Tennis Federation. Der frühere Sportlehrer arbeitet als Leiter Informatik an der Schule Gossau ZH.

 

 

 

 

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