Daniel Luder (ganz re), Caroline Ris (3. von re), Rudolf Tschanz (ganz li) und Monika Göggel (2. von li) mit weiteren Schweizer Teilnehmenden und Zuschauern an der Senioren EM 2017Senioren Europameisterschaft 2017

An den diesjährigen Senioren-Europameisterschaften in Helsingborg, Schweden, nahmen über 40 Schweizer Spieler und Spielerinnen teil. Vom 26. Juni bis zum 1. Juli kämpften sie in verschiedenen Alterskategorien um die begehrten Medaillen. Drei der Schweizer Teilnehmenden berichten, wie sie den Anlass erlebt haben.

 

Text: Daria Lehmann, Fotos: Daniel Luder, Caroline Ris, Rudolf Tschanz, Dieter Widor und Heinz Strelec

 

Tischtennis als Leidenschaft und Ausgleich

Caroline Ris, Spielerin des TTC Münsingen, begann mit 15 Jahren mit dem Tischtennisspielen und trainiert seither regelmässig. «Für mich ist das ein guter Ausgleich zur Arbeit und zum Familienleben. Ausserdem ist die Sportart vielseitig und spannend, benötigt Kondition und Kopf – und, man kann sie bis ins hohe Alter spielen.»

 

Auch für Daniel Luder des TTC Langnau ist die Tatsache, Tischtennis nicht mit dreissig aufgeben zu müssen, ein grosser Vorteil der Sportart mit dem weissen Plastikball. «Ich habe über einen Kollegen angefangen zu spielen, vor ungefähr 50 Jahren. Nun trainiere ich normalerweise zwei Mal pro Woche.» Tischtennis bedeute ihm auch persönlich viel und habe ihm bereits unzählige schöne Erlebnisse beschert, so Luder.

 

Rudolf Tschanz mitten im SpielRudolf Tschanz bezeichnet das Tischtennis gar als seine grosse Leidenschaft – seit über 50 Jahren. «Ich schätze die Wettkampfatmosphäre sowie die tolle Kameradschaft unter den Kollegen. Das sind unbeschreibliche Erlebnisse.» Seine erste Lizenz löste er in der Saison 1966/67 beim TTC Bern. «Ich spielte vorher einige Jahre im Schwimmbad, bis ich gefragt wurde, ob ich nicht einem Club beitreten wolle.» Aktuell spielt der 69-Jährige beim TTC Münchenbuchsee in der zweiten Liga.

 

«Selbstverständliche Teilnahme» und sportliche Leistungen

Für Tschanz war es eine Selbstverständlichkeit, nach Helsingborg zu reisen, da er seit 1995 an praktisch jeder Senioren-EM teilnahm. «Da wir immer mit der gleichen Gruppe an die Senioren EM fahren, ist es immer wieder toll, eine ganze Woche zu spielen und vor allem den Kollegen bei ihren Spielen zuzuschauen und mitzufiebern.»

 

Seit der Senioren-WM 1996 in Lillehammer, Norwegen, nimmt auch Daniel Luder immer an den Senioren-Europameisterschaften teil, sofern es terminlich passt. Am meisten habe er sich in Helsingborg auf die Besichtigung der Öresundbrücke gefreut, erzählt der 61-Jährige – Erwartungen an seine sportlichen Leistungen habe er keine gehabt.

 

Zuschauer an der Senioren EM 2017Etwas anders sieht das bei Caroline Ris aus: Nach ihrem Erfolg an der letzten Senioren WM in Alicante 2016, an welcher sie gemeinsam mit Monika Göggel Baumann bis ins Viertelsfinale des Damendoppels O50 gelangte, war es dieses Jahr ihr Ziel, ins Halbfinale des Damendoppels O50 zu kommen. «Leider haben wir unser Ziel aber sehr knapp verpasst», so Ris. «Das Viertelsfinale ist zwar ein schöner Erfolg, andererseits waren wir sehr nahe an der Medaille dran – das wurmt ein wenig.» Göggel Baumann und Ris verloren den 1. Satz, gewannen den zweiten, unterlagen im dritten wieder, kämpften sich im vierten erfolgreich zurück – aber verloren dann den letzten, entscheidenden Satz gegen das deutsche Paar Dietrich und Hänert.

 

Daniel Luder wurde indes von seinen sportlichen Leistungen positiv überrascht: Im Einzel konnte er zwei Spiele in der Hauptrunde bestreiten, im Herren Doppel erreichte er mit Rudolf Tschanz ebenfalls die Hauptrunde. Die Schweizer unterlagen dort dann aber im ersten Spiel dem Doppelpaar Jönsson und Ekholm aus Schweden.

 

Rudolf Tschanz, der sich für die Senioren-EM die Teilnahme in der Finalrunde bei der Kategorie O65 sowie im Herren Doppel O60 als Ziel gesetzt hatte, konnte aber mit diesem Ergebnis im Doppel trotzdem zufrieden sein. Auch im Einzel war er erfolgreich: «Ich gelangte als Gruppenzweiter in die Finalrunde.» Dort verlor er dann aber das erste Spiel gegen einen Litauer.

 

Caroline Ris (2. von re), Monika Göggel (ganz re) und weitere Teilnehmende an der Senioren EM 2017Ein Lob an die Organisation, ein kurzer Ausblick und ein besonderer Wunsch

Besonders gefiel Luder an der diesjährigen Senioren-EM nebst den spannenden Spielen auch die Organisation: «Alles war gut geplant und verlief reibungslos.» Sein Doppelpartner pflichtet ihm bei: «Der Zeitplan konnte immer pünktlich eingehalten werden und die elektronische Übermittlung der Resultate aufs Handy klappte auch vorzüglich.»

 

Luder, Tschanz und Ris werden voraussichtlich auch an den nächsten Senioren-Europameisterschaften teilnehmen – «ausser in den USA, da werde ich vielleicht aussetzten, wegen der Wahl des Herrn Trump», sagt Luder.

 

Caroline Ris erhofft sich für ihre Teilnahme an den nächsten Senioren-Meisterschaften nebst der Erreichung ihrer sportlichen Ziele noch etwas anderes: «Es wäre toll, wenn alle Schweizer Teilnehmenden an EM und/oder WM in einem einheitlichen Dress auftreten könnten. Es vertreten praktisch alle Länder Ihre Farben und Aufschriften ihres Landes, ausser die Schweiz – das finde ich persönlich sehr schade!» Tschanz ist mit Ris einer Meinung: «Das wäre wirklich ein Wunschtraum!»

 

 

Weiterführende Links

Alle Resultate der Senioren-EM 2017 können hier eingesehen werden.

Weitere Fotos von Heinz Strelec sind unter diesem Link zu finden.