Schweizermeisterschaften Elite: Rachel Moret und Elias Hardmeier verteidigen ihre Titel

Die diesjährigen Schweizermeisterschaften Elite boten spektakuläre Partien und einige hart umkämpfte Finals. Trotz vieler knappen Spiele setzten sich schlussendlich fast überall die Favoritinnen und Favoriten durch. Elias Hardmeier und Rachel Moret verteidigten ihre Titel im Einzel. Barish Moullet und Gaël Vendé siegten im ausgeglichenen Herren Doppel, während Rachel Moret und Fanny Doutaz das Damen Doppel souverän gewannen. Doutaz siegte zudem an der Seite von Yoan Rebetez im Mixed-Doppel.

Text: Lionel Weber / Fotos: René Zwald

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Herren Einzel: Hardmeier bezwingt Schmid in hochklassigem Finale 

Den krönenden Abschluss der diesjährigen Schweizermeisterschaften bildete das Finale zwischen Titelverteidiger Elias Hardmeier und Herausforderer Elia Schmid. Nach zahlreichen langen Ballwechseln und mehrfachen Führungswechseln konnte sich Hardmeier im sechsten Satz zwei Matchbälle erspielen. Doch das war noch nicht das Ende der Schweizermeisterschaften in Tenero. Schmid konnte sich ein letztes Mal aufbäumen und einen alles entscheidenden siebten Satz erzwingen.  

Diese Kämpfermentalität zeichnete beide Finalisten bereits im gesamten Turnier aus. Von Numa Ulrich und Mauro Schärrer wurde Schmid zwei Mal stark in Bedrängnis gebracht. Zwei Mal musste er in den Entscheidungssatz, zwei Mal setzte er sich auf spektakuläre Weise durch. Auch Hardmeier wurde in den vorherigen Partien gefordert: Gegen Sam Boccard und Noe Keusch drehte er jeweils einen 1:2-Satzrückstand und bereits in Runde zwei verlangte ihm Nachwuchstalent Lowis Vogler alles ab. 

Im Finale blieb die letzte Wende aus. Elias Hardmeier zog im siebten Satz früh davon und brachte den Satz mit 11:5 ins trockene. Für Hardmeier ist es bereits der dritte Titel in den letzten vier Jahren, was eine beeindruckende Konstanz aufzeigt. Sein Spiel offenbarte auch dieses Jahr kaum eine Schwäche und wenn es doch einmal knapp wurde, konnte er sich auf seine mentale Stärke verlassen. 

Das Podest komplettierten Noe Keusch und Yoan Rebetez. Keusch, der noch bei den Junioren startberechtigt ist, zeigte in knappen Spielen gegen Denis Bernhard, Nicolas Champod und Pedro Osiro Nervenstärke. Das Halbfinale war dann ein knappes Spiel zu viel. In den entscheidenden Momenten konnte Hardmeier ein wenig zulegen und seine Erfahrung einsetzen. Rebetez zeigte bis ins Halbfinale eine beeindruckende Leistung. Er gab bis dahin nur einen einzigen Satz ab und schaltete auch Barish Moullet mit 4:0 aus, fand dann aber gegen Schmid keine Lösung.  

„Ich habe mich heute richtig wohl gefühlt und konnte mich immer mehr steigern. Nachdem ich ein paar Matchbälle liegen gelassen habe, habe ich versucht, einen Punkt nach dem anderen zu nehmen. Zum Glück konnte ich dann recht schnell in Führung gehen und den letzten Satz einigermassen deutlich gewinnen.“ – Elias Hardmeier  

Elias Hardmeier

Damen Einzel: Rekordsiegerin Moret überragt 

Sie hat es schon wieder getan: Rachel Moret holt ihren elften Schweizermeistertitel! Die Westschweizerin meisterte dies in gewohnt souveräner Manier und mit nur zwei Satzverlusten im gesamten Turnier. Im Finale siegte die Rekordsiegerin glatt mit 4:0 gegen Fanny Doutaz. Moret bewies damit, dass sie an einem guten Tag aktuell nicht zu schlagen ist. Doutaz zeigte ebenfalls ein starkes Turnier, konnte Moret im Finale aber wenig entgegensetzen. Insbesondere im Aufschlag-Rückschlagspiel konnte Moret dominieren und das Spiel damit früh in die gewünschte Richtung leiten.   

Vor dem Turnier hatte eine der Fragen gelautet, ob die aufstrebenden jungen Spielerinnen den zwei Spitzenspielerinnen Moret und Doutaz Paroli bieten können. Die Schweizermeisterschaften zeigten, dass sie dies zumindest im Moment noch nicht können. Am besten mithalten konnte dabei Enya Hu. Die U13-Spielerin konnte Moret im Halbfinale immerhin einen Satz abnehmen und hatte beim Stand von 1:2 zwei Satzbälle, um das Spiel auszugleichen. Doch Moret konnte nochmals aufdrehen und letztlich souverän mit 4:1 gewinnen. Für U13-Schweizermeisterin Hu ist der erstmalige Gewinn einer Einzel-Medaille bei der Elite natürlich bereits als Erfolg zu werten. 

In der unteren Tableauhälfte zog Doutaz ohne Satzverlust ins Finale ein. Im Halbfinale traf sie auf Akhyata Patra, welche sie ebenso mit 4:0 schlug wie im Viertelfinale Ilona Renold. Auch Patra holte mit dem dritten Rang an diesem Tag wohl das Maximum heraus. Nachdem sie bereits letztes Jahr auf dem Podest gestanden hatte, zeigte sie auch dieses Jahr, dass sie an den Schweizermeisterschaften abliefern kann. Auf dem Weg zur Medaille schaltete sie die höher klassierten Nina Tullii und Michelle Wu aus. Das Viertelfinale gegen Wu erwies sich als die spannendste Partie des Frauenturniers. In sieben spektakulären Sätzen konnte sich Patra durchsetzen und liess sich auch nicht davon beeinflussen, dass Wu nach einem 0:2 Satzrückstand zwischenzeitlich mit 3:2 in Führung ging.  

„Es wird jedes Jahr etwas schwieriger zu gewinnen. Enya hat heute ein gutes Spiel gezeigt und ich muss mich jedes Jahr steigern, um gegen die jungen Spielerinnen zu bestehen. Druck habe ich dieses Jahr kaum verspürt. Ich wollte das Wochenende geniessen und habe auch Mixeddoppel mit meinem Bruder gespielt, was Spass gemacht hat.“ – Rachel Moret 

Rachel Moret

Herren Doppel: Überraschungen und dritter Titel für Moullet/Vendé 

Die Doppelkategorien sind gewöhnlich für einige Überraschungen gut. Deswegen kam es nicht völlig unerwartet, dass am Ende die Nummern 8 und 9 der Setzliste im Finale standen. Barish Moullet und Gaël Vendé trafen auf Denis Bernhard und Thilo Vorherr. Als bereits zweifache Titelgewinner waren Moullet/Vendé im Finale mit Sicherheit als Favoriten einzustufen. Doch Bernhard/Vorherr starteten furios und gingen rasch mit 2:0 in Führung. Im dritten Satz drehte dann die Partie. Moullet/Vendé kamen plötzlich besser ins Spiel und konnten den fünften Satz erzwingen. In diesem zeigten die beiden, warum sie als Top-Doppelspieler gelten, und gewannen mit 11:9. Mit seinem Paradeschlag, einem Rückhandflip Rückschlag zum direkten Punktgewinn, beendete Moullet dabei die Titelträume von Denis Bernhard und Thilo Vorherr.  

Für Bernhard/Vorherr endete damit ein verrücktes Turnier: Runde 1: 3:2 vs. Stifter/Scherer, Runde 2: 3:2 vs. Schmid/Miller, Viertelfinale: 3:2 vs. Boccard/Taffé, Halbfinale 3:2 vs. Keusch/Ulrich. Am Ende fehlten den beiden im Finale zwei mickrige Punkte, um die wahnsinnige Serie und den Überraschungssieg komplett zu machen.  

Bereits am Samstag hatte es mehrere knappe Begegnungen und überraschende Sieger gegeben. Die Nummern 1 bis 4 der Setzliste verloren allesamt schon am Samstag. Die Titelverteidiger Hardmeier/Schärrer scheiterten im Viertelfinale knapp am neu zusammengesetzten Verteidigungsduo Champod/Stoll. Moullet/Vendé setzten sich in einem ebenso epischen Fünfsatzspiel gegen Osiro/Tschanz durch. Und auch die an Nummer 2 gesetzten Vepa/Rebetez mussten im Viertelfinale gegen Keusch/Ulrich die Segel streichen, nachdem sie zuvor noch knapp gegen Posch/Karin gewonnen hatten.  

Damen Doppel: Moret/Doutaz dominieren 

Der Triumph von Rachel Moret und Fanny Doutaz hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Wenn sich die aktuell klar besten Spielerinnen zusammenschliessen, scheint das Ergebnis fast vorgegeben, was sich in einem souveränen Titelgewinn eindrücklich bestätigte. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die beiden ein leichtes Spiel hatten. Im Halbfinale spielten Patra/Ulrich mutig auf und konnten den Schweizermeisterinnen ebenso einen Satz abnehmen wie die Paarung der U13-Vizeeuropameisterinnen Wu/Hu im Finale. Wirklich in Bedrängnis bringen konnten sie Moret/Doutaz in diesem Jahr jedoch nicht. 

Komplettiert wurde das Podest von Tullii/Maurer, die im Halbfinale Wu/Hu deutlich unterlagen. Insgesamt gab es im Damendoppel im Gegensatz zum Herrendoppel kaum Überraschungen. Die Kräfteverhältnisse waren deutlich verteilt. Die vielversprechenden Ansätze der jungen Paarungen lassen jedoch darauf hoffen, dass es in den kommenden Jahren wieder vermehrt zu umkämpften Duellen kommen wird. 

Fanny Doutaz und Rachel Moret vs Enya Hu und Michelle Wu

Mixed Doppel: Doutaz/Rebetez bestätigen Favoritenrolle 

Nachdem die Titelverteidiger Rachel Moret und Nicolas Champod dieses Jahr getrennt an den Start gingen, ging die Favoritenrolle an Yoan Rebetez und Fanny Doutaz über. Die Genfer Paarung konnte damit gut umgehen und sich zum zweiten Mal den Titel holen. Einfach wurde es ihnen aber nicht gemacht: Bereits im Viertelfinale standen die beiden gegen Patra/Karin am Rande des Ausscheidens. Erst mit 13:11 im Entscheidungssatz setzen sich Doutaz/Rebetez schlussendlich durch. Am Sonntag traten die beiden dann noch stärker auf und besiegten im Halbfinale Tullii/Moullet, sowie im Finale Wu/Posch.  

Im Mixed-Doppel wurde auch eine der schönsten Geschichten des Wochenendes geschrieben. So trafen im Viertelfinale die Geschwisterpaare Salomé Simonet/Nicolas Simonet und Rachel Moret/Robin Moret aufeinander. Salomé Simonet spielte nur die Mixedkategorie und bewies, dass sie es noch immer kann. Mit 3:2 gewannen die Simonets schliesslich das Duell gegen die Morets und sicherten sich damit tatsächlich eine Medaille. Im Halbfinale wurde ihr Lauf vom Duo Wu/Posch gestoppt. Das neu formierte Zürcher Doppel überzeugte während des gesamten Turniers und zog souverän ins Finale ein, wo sich Doutaz/Rebetez letztlich als zu stark erwiesen. 

Yoan Rebetez und Fanny Doutaz