Die Superfinal-Teilnehmer stehen fest

Die Playoffs der Swiss Table Tennis League haben ihre Entscheidung gebracht: Während sich bei den Damen ZZ‑Lancy und Rio‑Star Muttenz für den Superfinal qualifizierten, kämpfen bei den Herren Carouge und ZZ‑Lancy um den Titel. Im Playout fiel zudem bereits eine erste Entscheidung im Abstiegskampf.

Text: Sebastian Lauener / Fotos: René Zwald

STTL Women

Nachdem das Team von Zürich-Affoltern für die Playoff-Spiele forfait geben musste, standen die Gegnerinnen und aktuellen Vizemeisterinnen von ZZ-Lancy bereits als Finalistinnen fest und dürfen am 23. Mai beim Superfinal Heimvorteil geniessen. Im anderen Halbfinalspiel zwischen Rio-Star Muttenz und den Meisterinnen aus Neuhausen nahm die Serie mit dem Freitagsspiel am Rheinfall ihren Anfang. Das Auftaktdoppel konnte der Gast aus Muttenz in drei Sätzen jeweils knapp für sich entscheiden, allerdings schlugen die Neuhauserinnen zurück: Die Spielerinnen mit der besten und drittbesten Bilanz der bisherigen Saison, Lucie Gauthier und Laura Robertson, sicherten mit ihren Siegen den 3:2-Erfolg. Alex Blazek holte den zweiten Punkt für Muttenz.

Lucie Gauthier (Neuhausen)

 

Das Samstagsspiel in Muttenz begann mit einer leichten Umstellung: Es wurde nicht mehr Nachwuchshoffnung Enya Hu an Nummer 1 gesetzt, sondern Blazek. Die Anpassung sollte sich lohnen, schlugen doch zuerst Hu und Partnerin Emma Kühn im Doppel die höherklassierten Gegnerinnen Akhyata Patra/Robertson mit 3:2 und sorgten für einen gelungenen Auftakt für das Heimteam. Das Muster sollte sich durch das Spiel ziehen, waren die Spiele doch in der Regel ausgeglichen, jedoch obsiegten die Muttenzerinnen jeweils im Entscheidungsdurchgang. Blazek besiegte zum zweiten Mal in dieser Saison Gauthier, während Hu gegen Kaderkollegin Patra ebenfalls den Sieg holte und somit das 3:0 sicherstellte.

Emma Kühn (Rio-Star Muttenz)

 

Im dritten und alles entscheidenden Spiel am Sonntag wurde Hu neuerlich an Position 1 gesetzt und auch bei Neuhausen gab es einen Wechsel, das nun erstmals Robertson an oberster Stelle führte statt Gauthier wie bisher. Nachdem das Doppel einmal mehr an die Muttenzerinnen (Kühn/Blazek) ging, schien die taktische Adaption für die Neuhauserinnen aufzugehen: Robertson (gegen Hu) und Gauthier (gegen Kühn) waren beide in drei Sätzen siegreich. Hu stemmte sich anschliessend im Duell der Bronzemedaillengewinnerinnen von Tenero gegen die Niederlage. Und wie immer in der bisherigen STTL-Saison errang sie gegen Patra den Erfolg, dieses Mal über vier Sätze. Das Spiel um den Finaleinzug beim Stand von 2:2 war schliesslich eine eher kurze Geschichte: Blazek holte in überzeugender Manier und drei Sätzen gegen Robertson den nötigen Sieg zum 3:2.

Rio-Star Muttenz wird somit im Superfinal auf ZZ-Lancy treffen. In den bisherigen Duellen gewann Muttenz zwar das Hinspiel mit 6:4, unterlag aber im postwendenden Rückspiel ersatzgeschwächt gleich mit 6:0. Eine Prognose scheint schwierig, allerdings können die Genferinnen mit der dickeren Personaldecke leicht favorisiert werden.

 

STTL Men

Spitzenreiter Carouge, das bestrebt war, den Titel zu verteidigen, liess gegen die nach der Gruppenmeisterschaft viertplatzierten Young Stars ZH nichts anbrennen: Auf das 3:1 im Samstagsspiel folgte ein 3:0 am Sonntag. Zu stark war der Auftritt der Genfer, zu sicher das Kollektiv bestehend aus Antoine-Michard Maxime, Mihai Bobocica und Clément Chobeau. Das Samstagsspiel begann für die Zürcher vielversprechend: Das statistisch beste Doppel der Liga Barish Moullet/Filip Karin gewannen das Auftaktspiel gegen Maxime/Chobeau mit 3:1. Danach sollte aber einzig U19-Spieler Noe Keusch bei seiner 1:3-Niederlage gegen den Italiener Bobocica noch einen Durchgang für sich entscheiden können; Adam Robertson und Moullet mussten beide mit 0:3 die Segel streichen, womit Carouge das Heimspiel insgesamt mit 3:1 für sich buchen konnte.

Im Rückspiel in Zürich gelang bereits zum Auftakt Maxime/Chobeau die Revanche gegen Moullet/Karin. In einem Krimi siegten die Carouger mit 3:2 und verschafften sich so eine exzellente Ausgangslage. Tatsächlich legte denn auch Bobocica im Duell der Nummer Einsen nach und besiegte Keusch wie auch am Vortag in vier Sätzen. Moullet konnte nur mit einem Sieg gegen Maxime die Titelhoffnungen der Zürcher am Leben erhalten. Der Schweizermeister im Doppel ging sodann auch mit 2:1 in Führung, allerdings konnte sein Gegenüber anschliessend zweimal mit 11:8 reüssieren und somit den Gesamtscore auf 3:0 für die Genfer Gäste stellen. Während die Mission Titelverteidigung für Carouge also weitergeht, müssen sich die Young Stars aus dem Titelrennen verabschieden.

Barish Moullet/Filip Karin (Young Stars ZH)

 

Im zweiten Halbfinale traf das zweitplatzierte Lugano auswärts auf das drittplatzierte ZZ-Lancy. Nach der anfänglichen Doppelniederlage in drei Sätzen konnte ZZ-Lancy, angeführt von einem furiosen Benjamin Fruchart, die Partie doch noch zu seinen Gunsten drehen. Nach dem Erfolg von Fruchart im Duell der Topgesetzten gegen Carlo Rossi, der hauchdünnen Niederlage von Verteidigungsspieler Loïc Stoll gegen Daniel Kosiba und einem neuerlichen Sieg von Fruchart gegen Paolo Bisi, trat beim Stand von 2:2 die nominelle Nummer drei Yoan Rebetez gegen Rossi in den Ring. Besonders die ersten Sätze waren an Spannung kaum zu überbieten und endeten immer mit zwei Punkten Unterschied, wobei Rossi im vierten Durchgang die Niederlage in der Verlängerung noch abwenden konnte und zwischenzeitlich die gelbe Karte für einen Schlägerwurf abholte. Rebetez vermochte im fünften Durchgang schliesslich, sich in den entscheidenden Momenten durchzusetzen und das 11:7 war gleichbedeutend mit dem 3:2-Heimerfolg.

Im nachfolgenden Spiel im Tessin gab Lugano den Tarif ordentlich durch: Nach dem 3:2-Doppelsieg legten auch Rossi in der Revanche gegen Fruchart nach mit 3:0. Kosiba gegen Stoll, das am Vortag noch knapp im fünften Satz an den Ungaren ging, sollte das letzte Spiel des Samstags darstellen: Kosiba stellte mit dem 3:1-Sieg auf 3:0 für Lugano und machte somit ein drittes Spiel notwendig, in dem neuerlich Lugano Heimvorteil geniessen sollte.

Für ZZ-Lancy sollte der Auftakt im dritten Spiel gelingen: Michel Martinez, mehrfacher französischer Doppelmeister, trat mit Fruchart gegen Kosiba/Bisi an. Die Genfer liessen trotz mehreren knappen Sätzen nichts anbrennen und schaukelten das Spiel mit 3:0 nach Hause. Stoll konnte anschliessend die Nummer eins der Luganesi, Carlo Rossi, überraschend deutlich ebenfalls in drei Sätzen bezwingen, womit ZZ-Lancy bereits zum Finaleinzug servieren konnte. Rebetez sollte aber die erste Chance gegen Kosiba nicht nutzen können, der den jungen Genfer mit 3:1 auf Distanz hielt. Fruchart allerdings, der zum wiederholten Male gegen Rossi antrat, nutzte seinerseits die Chance: Er überliess seinem Gegner gerade mal 16 Punkte und holte den entscheidenden Punkt zum 3:1, womit ZZ-Lancy wie auch im Vorjahr Lugano im Halbfinale ausschalten konnte.

Benjamin Fruchart (ZZ-Lancy)

 

Der Herrenfinal bleibt somit, wie auch 2025, fest in Genfer Hand, wo ZZ-Lancy alles tun wird, um Carouge den Titel wieder zu entreissen.

 

Im Playout-Duell zwischen Neuhausen und Rapperswil-Jona war die Ausgangslage sehr unterschiedlich: Während für Neuhausen die nominell stärkste Aufstellung an den Tisch ging, musste Rappersil-Jona einerseits auf Kirill Fadeev, den Spieler mit der besten Bilanz, verzichten, da dieser zu wenig Einsätze aufwies, und zudem mit Linus Trummler einen Ersatzspieler aus der Nationalliga B aufstellen. Das Doppel war eine kurze Geschichte: Pekka Pelz/Dauud Cheaib traten zu stilsicher auf und überliessen nach einem knappen ersten Satz ihren Gegnern nur noch sieben Punkte. Da die Nummer eins Martin Guman anschliessend ebenfalls in drei Sätzen gegen Kestutis Zeimys unterlag, musste Denis Bernhard für seine Farben die Niederlage abwenden. Nach der 1:0-Führung aber unterlag Bernhard dem Neuhauser Pelz in den drei Folgesätzen mit dem Minimalabstand und Neuhausen konnte mit dem 3:0 den ersten Saisonsieg erspielen.

Neuhausens Doppel erwies sich auch im Folgespiel am nächsten Tag als zu stark: Pelz/Cheaib siegten erneut ohne Mühen in drei Durchgängen. Guman stellte mit der Revanche gegen Zeimys zwar auf 1:1 für Rapperswil-Jona, jedoch waren die nachfolgenden Spiele deutliche Angelegenheiten: Pelz gegen Bernhard und Zeimys gegen Trummler waren mit 3:0 erfolgreich. Neuhausen konnte mit diesem 3:1-Heimerfolg den Abstieg abwenden, während Rapperswil-Jona im Spiel gegen den NLB-Final-Verlierer (Vevey oder Bellinzona) nochmal um den Platz in der obersten Spielklasse kämpfen werden muss.