Die Superfinals 2025/26 in Petit-Lancy standen ganz im Zeichen von ZZ-Lancy: Sowohl im Damen- als auch im Herrenfinal setzte sich der Genfer Traditionsclub in hochklassigen und intensiven Begegnungen durch. Während sich die Damen gegen Rio-Star Muttenz behaupteten, überzeugten die Herren im Derby gegen Titelverteidiger Carouge und sicherten sich damit einen eindrücklichen Doppelerfolg.
Text: Sebastian Lauener / Fotos: Théo Enger
Damenfinal: ZZ-Lancy vs. Rio-Star Muttenz
ZZ-Lancy, Meister von 2024, und Rio-Star Muttenz, bei dem der letzte Titel von 2014 datiert, hatten bereits in der Saison gezeigt, wie ausgeglichen sie sind: Beide Teams beendeten die Gruppenphase punktgleich auf den ersten beiden Plätzen. Die direkten Duelle liessen jedoch eine leichte Tendenz zugunsten der Genferinnen erkennen: Während Muttenz das Hinspiel knapp mit 6:4 für sich dank einer makellosen Leistung von Alex Blazek entschied, antwortete ZZ-Lancy im Rückspiel eindrücklich mit einem klaren 6:0-Erfolg.
Im Final nun erwischte ZZ-Lancy den besseren Start. Das Doppel Bérénice Marteau und Nina Tullii gewann den ersten Satz nach anfänglicher 4:5-Rücklage letztlich dank sieben Punkten in Folge doch noch mit 11:5. Der zweite Satz ging mit 11:4 ähnlich deutlich an ZZ-Lancy. Auch im dritten Durchgang sah es zunächst nach einer klaren Angelegenheit aus, ehe die Muttenzerinnen ein 8:4 aufholten und nach neuerlichem Rückstand zwei Matchbälle abwehrten. Dennoch behielten die Gastgeberinnen die Nerven und holten sich den Satz mit 12:10.

Anschliessend folgte das Duell der an Nummer 1 gesetzten Spielerinnen: Marion Berthaud gewann den ersten Satz mit 11:9, begünstigt durch einen Servicefehler von Alex Blazek zu denkbar ungünstigem Zeitpunkt. Die Muttenzerin glich aber mit einem ebenfalls umkämpften zweiten Satz aus. Im dritten Satz kämpfte sich Blazek von 4:7 zurück, doch Berthaud blieb in den entscheidenden Momenten stabil und sicherte sich den Durchgang. Im vierten Satz dominierte die Französin und gewann klar mit 11:4 , was gleichbedeutend mit der 2:0-Führung für ZZ-Lancy war.

Nach der Niederlage von Blazek stand Muttenz unter Druck: Hu (A18) gegen Tullii (A17) und Lilly (A17) gegen Berthaud (A20) müssten obsiegen, um das 2:2 herzustellen und das Entscheidungseinzel zu erzwingen. Enya Hu startete stark und gewann die ersten beiden Sätze mit 11:4 und 11:3. Im dritten Durchgang führte sie 10:6, ehe Tullii nochmals verkürzte. Ein Timeout beim Stand von 10:9 brachte die nötige Ruhe zurück und Hu verwertete danach den nächsten Punkt zum 3:0-Sieg.
Damit lag die Entscheidung erneut in den Händen von Berthaud. Im ersten Satz spielte sie ihre Gegnerin Cynthia Lilly förmlich an die Wand und gewann klar mit 11:3. Im zweiten Durchgang geriet sie kurzzeitig in Rückstand (4:7), übernahm danach jedoch mit sieben Punkten in Serie das Kommando und stellte auf 2:0. Auch im dritten Satz liess Berthaud nichts mehr anbrennen und gewann mit 11:5 – der Titelgewinn für ZZ-Lancy war perfekt.
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Herrenfinal: Carouge vs. ZZ-Lancy
Im Anschluss stand das mit Spannung erwartete Genfer Derby auf dem Programm: Carouge, amtierender Meister und Cupsieger, gegen ZZ-Lancy, Meister von 2022. Während Carouge die Qualifikation als Erstplatzierter gewann, lag ZZ-Lancy nur zwei Punkte dahinter auf Rang 3. Auch die Direktduelle der Saison waren eng: Es resultierten ein Unentschieden und ein knapper 6:4-Sieg für Carouge.
Das Doppel ging an die Equipe aus Lancy: Benjamin Fruchart und Yoan Rebetez, eine Rechts- und Linkshänderkombination, setzten sich gegen Clément Chobeau und Nolan Givone mit 3:1 durch: Zwei deutliche 11:6-Erfolge, ein Dämpfer mit dem 5:11 im dritten Satz und ein konzentriertes 11:8 brachten die 1:0-Führung für ZZ-Lancy.
Im ersten Einzel trat Mihai Bobocica gegen Loïc Stoll an, ein Duell, das es diese Saison bereits gegeben hat und das mit 3:2 eher knapp an den mehrfachen Olympia- und WM-Teilnehmer Bobocica ging. Verteidiger Stoll legte aber stark los und gewann die ersten beiden Sätze mit 11:8 und 11:5. Mit dem Rücken zur Wand drehte Bobocica im dritten Satz einen 5:7-Rückstand in eine 10:7-Führung und konnte schliesslich den zweiten Satzball verwerten. Im vierten Durchgang übernahm wiederum Stoll das Spieldiktat: Dank seines variablen Repertoires aus Verteidigungs- und Angriffsbällen konnte sich Bobocica nie ganz an den Rhythmus seines Gegners gewöhnen. Stoll entschied den Satz und das Spiel mit 11:7 für sich und brachte ZZ-Lancy mit 2:0 in Führung.

Wie bei den Damen zuvor hatte ZZ-Lancy bereits in der dritten Partie die Möglichkeit, sich den Meistertitel zu holen. Das Duell Maxime Antoine-Michard gegen Benjamin Fruchart, welches diese richtungsweisende dritte Partie darstellte, hatte es in der Saison bereits zweimal gegeben und zweimal hatte Fruchart mit 3:1 die Oberhand behalten. Ähnlich wie die bisherigen Duelle brachte sich Fruchar schhnell mit 2:0 in Front (11:6, 11:7). Im dritten Satz erspielte sich Fruchart beim Stand von 10:7 drei Match- und Meisterschaftsbälle, doch Antoine-Michard wehrte diese mehrfach spektakulär ab und kämpfte sich mit dem 13:11-Erfolg wieder ins Spiel zurück. Das Momentum lag nun klar bei Antoine-Michard, der im vierten Satz mit 6:1 in Führung gehen konnte, allerdings wollte Fruchart ihn nicht davonziehen lassen und glich zum 6:6 aus. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen war es schliesslich der Carouger, der den Satz mit 11:8 gewann und das Spiel ausglich.

Im Entscheidungssatz zeigte Fruchart jedoch nochmals seine Klasse: Mit einem klaren 11:2 liess er keine Zweifel mehr aufkommen und sicherte ZZ-Lancy den Meistertitel mit einem deutlichen Gesamtscore von 3:0.
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