Enya Hu mit 6. Rang am Europe Youth Top 10

Mit dem 6. Schlussrang beim Europe Youth Top 10 der U15-Mädchen in Antibes hat Enya Hu die im Vorfeld gesetzten Erwartungen erfüllt. Die erst 13-jährige Schweizerin gewann vier ihrer neun Partien und zeigte, dass sie auch gegen die europäische U15-Spitze bestehen kann.

Text: Sebastian Lauener / Fotos: ETTU / Resultate

 

Als eine von nur zwei Spielerinnen des Jahrgangs 2013 im Feld traf Hu ausschliesslich auf ältere Gegnerinnen. Umso bemerkenswerter ist ihre Bilanz: Siege gegen die Slowakin Barbora Guassardo, die Tschechin Adela Brhelova, die Österreicherin Sophia Pichler und die Polin Lucja Koboz sicherten ihr einen Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Wie knapp sogar eine noch bessere Klassierung möglich gewesen wäre, zeigen die zahlreichen eng umkämpften Partien. Gleich vier ihrer fünf Niederlagen kassierte Hu erst im Entscheidungssatz. Besonders bitter verlief das Duell mit der Polin Aleksandra Nawrocka: Beim Stand von 10:9 im siebten Satz fehlte nur noch ein Punkt zum Sieg. Mit einem Erfolg in dieser Partie hätte die Schweizerin das Turnier sogar auf Rang 4 beendet.

Für Nachwuchschef Pedro Pelz bestätigt das Turnier vor allem Enyas aussergewöhnliches Potenzial. Die Schweizerin habe bewiesen, dass sie mit der europäischen U15-Spitze bereits heute absolut konkurrenzfähig sei und in nahezu jeder Begegnung realistische Siegchancen gehabt habe. Der 6. Rang sei deshalb ein hervorragendes Resultat. Besonders erfreulich: Hu wird noch zwei weitere Jahre in der U15-Kategorie spielberechtigt sein.

Die hohe Qualität ihrer Leistung zeigte sich auch angesichts der Belastung des Turniers. Gespielt wurde auf vier Gewinnsätze, viele Partien gingen über die volle Distanz von sieben Sätzen. Gerade am Schlusstag überzeugte Hu jedoch mit ihrer Widerstandsfähigkeit und gewann zwei Begegnungen mit 4:3 sowie eine weitere mit 4:2. Damit durfte sie an ihrem 13. Geburtstag gleich drei Siege feiern.

Trotz des starken Resultats sieht das Trainerteam weiteres Entwicklungspotenzial. Vor allem der Einstieg in die Partien gelang nicht immer optimal, sodass erste Sätze teilweise zu schnell verloren gingen. Gleichzeitig zeigte Hu in allen Begegnungen Phasen mit druckvollem, flüssigem Tischtennis. Gelingt es ihr künftig, dieses Niveau konstanter vom ersten Ballwechsel an abzurufen, dürfte sie auch auf U15-Stufe regelmässig zu den Medaillenkandidatinnen gehören.

Der sechste Platz in Antibes ist damit nicht nur ein starkes Einzelergebnis, sondern auch ein weiteres Signal dafür, dass Enya Hu als derzeit eine der besten Spielerinnen ihres Jahrgangs in Europa auf dem richtigen Weg ist.

Für Felix Schmidt-Arndt ist der 6. Rang ein weiterer Beleg für Enyas positive Entwicklung. Dass die Schweizerin als Nachrückerin einen Platz in der oberen Tabellenhälfte erreichte, wertet der Chef Leistungssport als herausragenden Erfolg. Entscheidend sei dabei die enge Abstimmung zwischen Nationaltrainern und Heimtrainer sowie Vater Jiashun Hu, die eine optimale sportliche Entwicklung ermögliche. Nach dem starken Auftritt in Antibes gelte es nun, den Fokus wieder auf den Trainingsalltag zu richten und die hohe Qualität der täglichen Arbeit beizubehalten.