Carouge setzt sich ab, Neuhausen meldet sich zurück

Nach dem zweiten STTL-Wochenende beginnen sich die Kräfteverhältnisse in der höchsten Schweizer Liga langsam zu konkretisieren. Carouge bleibt das Mass der Dinge und führt die Tabelle nach vier Runden verlustpunktlos an. Dahinter behauptet sich Young Stars Zürich trotz der ersten Saisonniederlage auf Rang zwei, während Neuhausen mit zwei Siegen den Fehlstart korrigierte und ins dicht gedrängte Mittelfeld vorstiess.

Text: Sebastian Lauener / Fotos: René Zwald

 

STTL Men: Carouge bleibt makellos

Vier Runden sind gespielt und die Tabelle nimmt erste Konturen an. Tabellenführer Carouge bestätigte seine starke Frühform eindrücklich und bleibt auch nach dem zweiten Meisterschaftswochenende ohne Punktverlust. Die Genfer liessen Lugano beim 6:0 keine Chance und fertigten einen Tag später auch ABTT mit demselben Resultat ab. Mit nun vier Siegen aus vier Begegnungen und einem Spielverhältnis von 24:2 haben sich die Genfer an der Tabellenspitze bereits etwas abgesetzt.

Beeindruckend ist dabei die mannschaftliche Geschlossenheit. Die Neuzugänge Patryk Chojnowski und Simon Berglund blieben am gesamten Wochenende unbezwingbar und gaben keinen einzigen Satz ab. Doch auch die bewährten Clément Chobeau und Bastien Dupont hielten sich schadlos und trugen mit ihren makellosen Bilanzen zum dominanten Auftritt des Leaders bei. Insgesamt hat Carouge bisher lediglich zwei Einzel abgegeben und liess mit den zwei 6:0-Erfolgen die Muskeln spielen.

Hinter dem Leader behauptet Young Stars Zürich den zweiten Rang. Die Zürcher mussten am Samstag zwar die erste Saisonniederlage hinnehmen und unterlagen zuhause Neuhausen mit 3:6, reagierten am Sonntag jedoch eindrücklich und bezwangen Rio-Star Muttenz gleich mit 6:0. Damit rehabilitierte sich das Team umgehend und bleibt die Spitze eines äusserst engen Mittelfelds: Zwischen Rang zwei und Rang sechs liegt aktuell lediglich ein Punkt, die Teams auf den Plätzen drei bis sechs weisen sogar allesamt dieselbe Punktzahl auf. Entsprechend könnte sich das Tabellenbild bereits am nächsten Wochenende wieder deutlich verändern.

Den grössten Schritt nach vorne machte Neuhausen. Nach den Niederlagen gegen Carouge und ZZ-Lancy zum Saisonauftakt meldeten sich die Schaffhauser eindrücklich zurück. Mit einem 6:3-Auswärtssieg bei Young Stars Zürich gelang der erste Saisonerfolg, ehe tags darauf auch Rapperswil-Jona mit 6:4 bezwungen wurde. Dank dieser beiden Siege verbesserte sich Neuhausen auf Rang sechs und schloss zum dicht gedrängten Mittelfeld auf.

 

Massgeblichen Anteil daran hatte Kapitän Pekka Pelz, der fünf seiner sechs Einzel gewann. Unterstützung erhielt er von Marius Henninger und Adam Robertson, die jeweils zwei ihrer drei Einzel für sich entscheiden konnten und damit wesentlich zu den ersten beiden Saisonsiegen beitrugen.

Für eines der auffälligsten Resultate des Wochenendes sorgte Lugano. Nach der klaren 0:6-Niederlage bei Spitzenreiter Carouge reagierten die Tessiner eindrücklich und gewannen auswärts beim Titelverteidiger ZZ-Lancy mit 6:4. Roberto Negro, der erstmals für die Tessiner auflief, sowie Paolo Bisi steuerten dabei je zwei Einzelsiege bei und waren die Hauptgaranten für den Erfolg.

Während Carouge seine beiden Begegnungen gewann, musste das andere Genfer Team ZZ-Lancy gegen Lugano Federn lassen. Thomas Laroche gab sein Debüt für ZZ und der Neuzugang erwies sich sogleich als wertvolle Verstärkung: Nur eines seiner fünf Einzel ging gegen Materialspieler Roberto Negro verloren. Allerdings war dies eine Niederlage, der Titelverteidiger verpasste es, den Luganesi zumindest einen Punkt abzunehmen, und unterlag mit 4:6.

Für ABTT setzte es Niederlagen gegen ZZ-Lancy und Carouge, allerdings traten die Bellenzer mit Formationen an, die klassierungsmässig gegen die aufgebotenen Genfer Teams nur beschränkt konkurrenzfähig waren.

Rapperswil-Jona erlebte ein durchzogenes Wochenende. Nach einem überzeugenden 6:3-Heimsieg gegen Rio-Star Muttenz mussten die Rosenstädter gegen Neuhausen eine überraschende 4:6-Niederlage hinnehmen. Erfolgsfaktor beim Sieg gegen Muttenz war insbesondere Elia Schmid. Gegen seinen ehemaligen Verein gewann er sämtliche Einzel sowie gemeinsam mit Jon Ander Guerricabeitia das Doppel und avancierte damit zum Matchwinner. Generell profitierte Rapperswil-Jona am Wochenende von der Anwesenheit Guerricabeitias, der mehrere Einzel sowie beide Doppel an der Seite von Schmid gewinnen konnte.

 

Für Rio-Star Muttenz war es ein Wochenende zum Abhaken. Die Basler unterlagen zunächst Rapperswil-Jona mit 3:6 und gingen tags darauf bei Young Stars Zürich sogar mit 0:6 unter. Nach dem starken Auftaktsieg gegen ZZ-Lancy findet sich Muttenz damit auf Rang sieben wieder und muss den Blick vorerst eher nach hinten als nach vorne richten.

Noch schwieriger präsentiert sich die Situation bei Aufsteiger ABTT. Mit nur einem Punkt aus vier Begegnungen belegen die Tessiner aktuell den letzten Tabellenplatz. Gleichzeitig bleibt das tatsächliche Potenzial der Mannschaft schwer einzuschätzen. Die Bellenzer haben bisher bereits acht verschiedene Spieler eingesetzt und verzichteten mehrfach auf ihre nominell stärksten Kräfte. Es bleibt deshalb abzuwarten, welche Trümpfe ABTT im weiteren Saisonverlauf noch ausspielen kann.

 

STTL Women: Zürich-Affoltern siegt gegen Aufsteiger Kloten

In einem vorgezogenen Spiel setzte Kloten erstmals Jeanne Robbes ein. Die Spitzenspielerin war denn auch in allen Einzeln und dem Doppel erfolgreich, was aber dennoch nicht ausreichte, um die Niederlage abzuwenden. Das  junge Team von Zürich-Affoltern überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung: Die drei eingesetzten U15-Spielerinnen holten je zwei Einzelerfolge, was schliesslich zum 6:4-Erfolg gereichte.