Die Aufstiegsspiele von der 1. Liga in die Nationalliga C der Herren sind jedes Jahr ein eigener Mikrokosmos: kompakt, intensiv und stark von der Tagesform geprägt. In Wetzikon bestätigte sich dieses Bild einmal mehr. Während sich einige Teams souverän durchsetzten, entwickelte sich insbesondere in Gruppe D ein Finale, wie es kaum dramatischer hätte verlaufen können.
Text: Sebastian Lauener / Fotos: Michel Gritsch
Während es für die Herren am 17. Mai 2026 für die NLC-Aufstiegsspiele nach Wetzikon ging, kam es bei den Damen gar nicht erst zu sportlichen Entscheidungen: Die gemeldeten Teams Veyrier und Romanshorn stiegen kampflos in die Nationalliga B auf, da keine weiteren Clubs gemeldet waren.
Gruppe A: ABTT II mit Machtdemonstration
In der Gruppe A liess ABTT II keinerlei Zweifel über die Kräfteverhältnisse aufkommen: Die Bellenzer blieben in allen Partien makellos und setzten sich gegen Gastgeber Wetzikon III (9:1, Kriens (8:2) und Porrentruy (9:1) stilsicher durch. Nach dem Abstieg 2024/25 steigen die Tessiner somit direkt wieder auf.
Hinter dem souveränen Sieger etablierte sich Wetzikon III als zweiter Aufsteiger und distanzierte Kriens und Porrentruy, die nicht entscheidend eingreifen konnten. Überraschend war, dass Porrentruy trotz einer tendenziell wenig konkurrenzfähigen Mannschaft einen Punkt holte.
Gruppe B: Lausanne II souverän, Muttenz III zieht nach
Etwas ausgeglichener präsentierte sich die Gruppe B: Zwar liess Lausanne II nie Zweifel an seinem Aufstieg aufkommen und bodigte die Konkurrenz jeweils mehr oder weniger komfortabel. Versoix II, das schliesslich auf dem letzten Platz landen sollte, schaffte gegen Rio-Star Muttenz 3 die Punkteteilung, obwohl die Genfer acht Klassierungspunkte weniger aufwiesen.
Der NWTTV-Meister sollte aber in der letzten Runde im Direktduell gegen Entente Pongiste Neuchâteloise letztlich trotz ausgeglichener Mannschaftsaufstellungen mit 7:3 den Aufstieg in die NLC sichern. Eine zentrale Figur des Erfolgs war Enya Hu, die am Ende des Tages eine 8:1-Bilanz aufwies.
Gruppe C: Yverdon belohnt sich für Beharrlichkeit
Mit Yverdon konnte sich die Mannschaft erstmals in ihrer Geschichte den Aufstieg in die NLC schaffen, nachdem sie im Vorjahr noch an Muolen und UGS-Chênois III scheiterte. Das topgesetzte AVVF-Team legte mit zwei Vierpunktsiegen gegen Aarberg und Bremgarten II los und liess den Tag mit einem 5:5 gegen Locarno ausklingen. Dahinter war es ein Zweikampf um den nächsten Aufstiegsplatz zwischen Bremgarten II und Locarno. Dank des 6:4-Sieges im Direktduell und dem 10:0 gegen Aarberg konnte sich Bremgarten II schliesslich mit einem Punkt Vorsprung vor Locarno auf den zweiten Rang setzen.
Die Freude in Yverdon war entsprechend gross: «Wir freuen uns natürlich sehr über den Aufstieg, denn das war unser wichtigstes Saisonziel», sagt Captain Benoît Hohl. «Wir hatten mit Gonçalo Pacheco, der als Junior in der portugiesischen Nationalmannschaft spielte und sich heuer zum Westschweizer Meister krönte, einen unglaublichen Spieler. Ausserdem kehrten zwei Spieler von Fribourg zu Yverdon zurück, um den Aufstieg zu schaffen, sowie eine Verstärkung aus Frankreich mit Florian Carrez.»
Ausschlaggebend war jedoch vor allem die Atmosphäre im Team: «Es gab einen grossen Zusammenhalt, und neben dem Tisch wird ein sehr freundschaftlicher Umgang gepflegt. Ausserdem spielte Pacheco trotz Erkrankung in den Vortagen und Carrez, obschon er am folgenden Tag noch einen 50-km-Trail laufen würde.» Auch taktisch war Yverdon besser aufgestellt als im Vorjahr: «Wir konnten mit fünf Spielern an die Aufstiegsspiele reisen, was uns mehr Flexibilität gab und die Möglichkeit, Spieler zu schonen oder sich gut aufzuwärmen. Im Vorjahr waren wir noch zu dritt. «
Der Blick geht bereits nach vorne: «Wir wissen, dass der Unterschied zur NLC gross ist und möchten uns gezielt verstärken, um eine längerfristige Perspektive für Yverdon in der NLC zu entwickeln.»
Gruppe D: St. Gallen steigt dank dramatischer Schlussrunde auf
Die Gruppe D bot das grösste Drama des Wochenendes. Mit Carouge III, Port II, St. Gallen II und Baar traf ein besonders dichtes Teilnehmerfeld aufeinander.
Im Zentrum stand das Zweitrundenduell zwischen St. Gallen II und Port II, das die Ostschweizer mit 6:4 denkbar knapp für sich entscheiden konnten. Damit verschafften sie sich die entscheidende Ausgangslage – doch die Entscheidung fiel erst ganz zum Schluss.
Während St. Gallen im letzten Match gegen Tabellenführer Carouge III ins Wanken geriet und mehrere Einzel verlor, hielt sich Port II im Spiel gegen Baar im Rennen. Die Situation spitzte sich dramatisch zu: «Nach dem Sieg gegen Port wussten wir, dass wir dem Aufstieg nahe waren», sagt Patrick Traber, Spielleiter des TTC St. Gallen. «Aber nachdem wir im dritten Spiel gegen Carouge III die ersten Einzel verloren haben, wurde die Stimmung bedrückt – wir schienen auf der Zielgeraden noch abgefangen zu werden. Es benötigte schliesslich den Sieg im Doppel von Baar (mit 12:10 im fünften Satz) gegen Port II, um unseren Aufstieg sicherzustellen, wofür wir Baar sehr dankbar sind.»
Sportlich und strategisch hat dieser Erfolg grosse Bedeutung: «Der TTC St. Gallen hat mittlerweile eigene Nachwuchsspieler, die in der NLC spielen und als Ersatz in unserem NLB-Team aushelfen können. Deshalb war dieser Aufstieg bereits zu Saisonbeginn das Ziel. Dass am Schluss alles geklappt hat, ist ein grosser Erfolg.»
Mit dem Aufstieg beginnt für alle acht erfolgreichen Mannschaften ein neues Kapitel. In der Nationalliga C steigen nicht nur Niveau und Intensität, sondern auch die Anforderungen an Organisation, Breite und Konstanz. Längere Reisewege und stärkere Gegner verlangen eine stabile Performance über die gesamte Saison hinweg. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wer sich auch auf dieser Stufe behaupten und den erfolgreichen Aufstieg bestätigen kann.

