Weltmeisterschaft

Ma Long, Weltmeister 2015!

Weltmeisterschaft

Ma Longs erster Titel – Übermacht der Chinesen

 

Ma Long gewann seinen ersten Weltmeistertitel. Er setzte sich im Finale gegen den Überraschungsgast Fang Bo durch, der sich der Nummern 2 und 3 der Weltrangliste entledigen konnte, seiner Landsleute Xu Xin und Zhang Jike. Die Chinesen ergatterten sämtliche Goldmedaillen; lediglich im Mixed Doppel ging eine Medaille an eine Koreanerin im Team mit dem Chinesen Xu Xin.

 

Text: Robin Moret / Foto: Ittfworld

 

Vier Spieler im Halbfinale bei den Männern, vier Spielerinnen im Halbfinale bei den Damen: Die Chinesen waren bei diesen Weltmeisterschaften in ihrer Heimat nicht zimperlich mit ihren Gegnern. Ausserdem hat im Einzel kein Chinese und keine Chinesin gegen einen nicht chinesischen Spieler verloren. Das zeigt, wie stark die Übermacht des Gastgeberlandes war. Vielleicht stärker als jemals zuvor. Und es brauchte eine Eröffnung, gewünscht vom chinesischen Verband und seinem Cheftrainer Liu Goliang, ehemaliger Weltmeister und Olympiasieger, damit die chinesischen Spieler mit Spielern aus anderen Ländern im Mixed Doppel und Herrendoppel spielten. So konnte die Südkoreanerin Yang Haeun gemeinsam mit Xu Xin das erste Treppchen in Suzhou erklimmen.

Im Herreneinzel hätte jeder gern das Traumfinale zwischen Ma Long und Zhang Jike gesehen. Zu seinem Pech verlor Zhang Jike im Halbfinale jedoch mit einem ziemlich harten Score von 4 Sätzen zu 1 gegen Fang Bo. Der amtierende Weltmeister massierte sich häufig die Schulter und machte einen verletzten Eindruck. Das schmälert natürlich nicht im Geringsten Fang Bos Verdienst, der sich auch in der vorhergehenden Runde gegen Xu Xin durchgesetzt hatte. Er verteidigte sich tapfer im Finale gegen den Favoriten Ma Long, rettete vor allem Matchbälle im fünften Satz, ehe er sich im 6. geschlagen geben musste. Hier ein aussergewöhnlicher Punkt in einem Schlüsselmoment des Matchs beim 11-11, während Ma Long 3-1 führt:

 

Aussergewöhnlicher Punkt Ma Long – Fang Bo

Bei den Damen gewann die Siegerin der Meisterschaften 2011, die Nr. 1 der Weltrangliste Ding Ning, nach drei Siegen in Folge im entscheidenden Satz! Und was für eine Show im Finale, als Ding sich gegen Liu Shiwen durchsetzt, nachdem sie sich zu Beginn des letzten Satzes am Knöchel verletzt hat und eine Verletzungspause benötigte (max. 10 Minuten).  Das Spiel wurde schlussendlich nach der Wechselmethode zu Ende gespielt. Interessant ist, dass die nicht klassierte chinesische Spielerin Mu ZI, gegen die Rahel Aschwanden in der Gruppenrunde angetreten war, das Halbfinale erreichen konnte, wobei sie 4-3 gegen Ding Ning verlor, nachdem sie die Weltranglisten-Nr. 4 und 5 mit 4-0 besiegt hatte! Das zeigt, wie viel Pech Rahel Aschwanden bei der Auslosung hatte, und vor allem, wie ausgezeichnet die Schweizerin gegen sie gespielt hat.

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