Erste Standortbestimmung in der STTL: Carouge und Neuhausen überzeugen

Nach dem ersten STTL-Wochenende sind bereits erste Tendenzen erkennbar: Bei den Herren übernimmt Carouge mit zwei überzeugenden Siegen die Tabellenführung, während sich bei den Damen Neuhausen und Rio-Star Muttenz ohne Punktverlust an die Spitze setzen. Mehrere Favoriten bestätigten ihre Ambitionen, während die Aufsteiger erste wertvolle Erfahrungen sammelten.

Text: Sebastian Lauener / Fotos: René Zwald

 

STTL Men: Carouge setzt erstes Ausrufezeichen

Die neue STTL-Saison ist erst zwei Spieltage alt, doch die ersten Kräfteverhältnisse werden bereits sichtbar. Mit zwei deutlichen Siegen und einem Spielverhältnis von 12:2 übernimmt Carouge die Tabellenführung. Die Genfer bestätigten damit früh ihre Titelambitionen. Trotz eines Ersatzspielers feierten sie einen 6:2-Erfolg gegen Neuhausen und liessen anschliessend auch Rio-Star Muttenz beim 6:0 keine Chance. Besonders Neuzugang Patryk Chojnowski und Cupheld Stéphane Ouaiche prägten den starken Saisonstart mit Siegen in sämtlichen Einzeln sowie im gemeinsamen Doppel.

 

Hinter Carouge gehört Young Stars Zürich mit drei Punkten aus zwei Begegnungen ebenfalls zum erweiterten Verfolgerfeld. Die Zürcher starteten mit einem wichtigen 6:4-Sieg gegen Lugano und erkämpften sich anschliessend gegen Aufsteiger ABTT ein 5:5-Unentschieden, wobei sie insbesondere von zwei im Entscheidungssatz gewonnenen Einzeln profitierten. Zürcher Punktegarant war Barish Moullet, der fünf von sechs Einzeln für sich entscheiden konnte.

 

Lugano reagierte auf die Auftaktniederlage gegen Young Stars mit einem überzeugenden 6:2 gegen Rapperswil-Jona und liegt mit ausgeglichener Bilanz im Verfolgerfeld. Insbesondere Paolo Bisi überzeugte mit fünf Einzelsiegen aus sechs Partien. Ebenfalls einen Sieg und eine Niederlage weisen Rapperswil-Jona, ZZ-Lancy und Rio-Star Muttenz auf. Während Rapperswil-Jona beim klaren 6:1 gegen ABTT überzeugte, mussten die Rosenstädter gegen Lugano eine deutliche Niederlage hinnehmen. Bei Rapperswil-Jona trat insbesondere Neuzugang Elia Schmid stark auf, der lediglich gegen Bisi als Verlierer vom Tisch gehen musste. Titelverteidiger ZZ-Lancy verlor zum Auftakt überraschend mit 2:6 in Muttenz, korrigierte den Fehlstart aber mit einem 6:2 in Neuhausen.

Für Aufsteiger ABTT verlief der Einstieg in die höchste Schweizer Liga schwieriger als erhofft, wobei die Tessiner noch nicht in Bestbesetzung antraten und etwa Paul Gauzy kein Spiel bestritt. Nach der klaren Niederlage gegen Rapperswil-Jona gelang gegen Young Stars immerhin ein Unentschieden. Trotz der ambitionierten Kaderplanung stehen die Tessiner aktuell auf Rang sieben. Am Tabellenende findet sich Neuhausen wieder. Die neu formierte Mannschaft verlor ihre ersten beiden Begegnungen gegen Carouge und ZZ-Lancy und wartet noch auf die ersten Punkte.

 

STTL Women: Neuhausen und Muttenz mit perfektem Start

Auch bei den Frauen sind nach dem ersten Meisterschaftswochenende bereits erste Tendenzen erkennbar. Besonders eindrücklich präsentierte sich Neuhausen. Das neu formierte Team um die slowenische Nationalspielerin Ana Tofant bestätigte die hohen Erwartungen und gewann seine beiden Auftaktpartien souverän. Gegen Titelverteidiger ZZ-Lancy gelang zunächst ein deutliches 6:2, ehe Zürich-Affoltern am Sonntag sogar mit 6:0 besiegt wurde. Mit einem Spielverhältnis von 12:2 und dem Punktemaximum übernehmen die Schaffhauserinnen die Tabellenführung. Vor allem die Neuzugänge Melanie Merk und Ana Tofant trugen entscheidend zum gelungenen Saisonstart bei.

Ebenfalls makellos startete Rio-Star Muttenz in die neue Saison. Trotz des Abgangs von Enya Hu feierten die Baslerinnen zwei Erfolge. Nach dem 6:3 bei Zürich-Affoltern setzte sich Muttenz zuhause mit 6:3 gegen Young Stars Zürich durch. Mit zwei Siegen zum Auftakt zeigten die Vize-Schweizermeisterinnen, dass sie auch nach dem Abgang von Enya Hu weiterhin zu den stärksten Teams der Liga zählen. Bemerkenswert war zudem, dass ihre jüngere Schwester Elina Hu drei von vier Einzeln gewinnen konnte, teilweise gegen höher klassierte Gegnerinnen, und damit bereits erste Akzente setzte. Alex Blazek bestätigte mit fünf Einzelsiegen sowie zwei Doppelerfolgen an der Seite von Emma Kühn einmal mehr ihre Wichtigkeit für das Team.

Für Titelverteidiger ZZ-Lancy verlief der Saisonstart durchzogen. Die Genferinnen mussten sich gegen Neuhausen klar geschlagen geben, reagierten aber am Sonntag mit einem überzeugenden 6:1-Auswärtssieg bei Aufsteiger Kloten. Zu berücksichtigen ist, dass ZZ-Lancy nominell noch stärker antreten kann: Weder Marion Berthaud noch Bérénice Marteu kamen zum Einsatz. Gleichzeitig stand aber die aktuelle Vize-Schweizermeisterin Fanny Doutaz erstmals seit dem Superfinal 2024 wieder für das Team im Einsatz.

Young Stars Zürich beendete das Wochenende mit einer ausgeglichenen Bilanz. Dem klaren 6:2 gegen Aufsteiger Kloten folgte eine 3:6-Niederlage in Muttenz. Die Zürcherinnen halten sich damit vorerst auf dem vierten Rang und damit auf einem Playoff-Platz. Nachwuchshoffnung Ilvi Ulrich war in fünf von sechs Einzeln erfolgreich, dabei dreimal im Entscheidungsdurchgang.

Für die Aufsteigerinnen aus Kloten verlief das erste STTL-Wochenende erwartungsgemäss schwierig. Gegen Young Stars Zürich und ZZ-Lancy resultierten Niederlagen, dennoch gelangen gegen die etablierten Gegnerinnen drei Einzelgewinne, was für die kommenden Wochen Mut machen dürfte. Zudem trat Kloten nicht in Bestbesetzung an; die A20-klassierte Jeanne Robbes kam beispielsweise nicht zum Einsatz.

Ebenfalls ohne Punktgewinn bleibt Zürich-Affoltern. Nach dem personellen Umbruch im Sommer musste die stark verjüngte Mannschaft gegen Muttenz (3:6) und Neuhausen (0:6) Lehrgeld bezahlen. Insbesondere gegen Muttenz zeigte Zürich-Affoltern trotz der Niederlage über weite Strecken konkurrenzfähige Leistungen. Ausserdem spielten am Sonntag weder die A20-eingestufte Michelle Wu noch Debora Vivarelli (A21).