ETTU Youth: Enya Hu mit zweifachem Sieg bei Schweizer Triumph

Das ETTU-Turnier in Tschechien wurde für die Schweiz zu einem historischen Ereignis: In der Kategorie U13 der Mädchen belegten die Schweizerinnen tatsächlich sämtliche Podestplätze. In den rein schweizerischen Duellen setzte sich schliesslich Enya Hu durch. Hu krönte ihr herausragendes Turnier anschliessend mit dem Sieg in der U15-Kategorie, wo sie sowohl im Halbfinale als auch im Finale einen 0:2-Satzrückstand wettmachte. 

Text: Lionel Weber / Fotos: ETTU, Pedro Pelz

U13 – Schweizer Dominanz bei den Mädchen 

Die Schweizer Nationaltrainer konnten sich beim Czech Open über einige Pausen freuen. Die vier Schweizerinnen Enya Hu, Emily Wu, Michelle Wu und Elina Hu trafen im Halbfinale der U13-Kategorie nur noch aufeinander, sodass die Coaches auf der Tribüne zum Zusehen gezwungen waren. Dieses herausragende Schweizer Resultat war keineswegs einer schwachen Konkurrenz geschuldet, sondern vielmehr den beeindruckenden Leistungen der Schweizer Nachwuchstalente. Zwar waren nicht alle europäischen Spitzenspielerinnen am Start, doch die Konkurrenz aus Deutschland, Polen und anderen Ländern war durchaus mit ihren besten Spielerinnen am Start. Dennoch gelang es den Schweizerinnen, sämtliche Gegnerinnen auszuschalten und das Podest komplett unter sich auszumachen. 

«Das Turnier war für uns ein voller Erfolg», bilanzierte Nachwuchschef Pedro Pelz. «Das Turnier war gut besetzt, und dass wir das komplette Podium besetzen, war so nicht zu erwarten. Gerade auch die Teilnehmerinnen der U13-EM im November konnten wichtige Rankingpunkte sammeln.» 

Besonders hervorzuheben ist Emily Wus Viertelfinalsieg gegen die Litauerin Kaja Tvorogal, die immerhin die Nummer 7 der europäischen U13-Rangliste ist. Enya Hu und Elina Hu qualifizierten sich souverän für das Halbfinale und mussten dabei nie in den Entscheidungssatz. Michelle Wu musste in der Gruppenphase eine Niederlage hinnehmen, steigerte sich danach jedoch deutlich und gewann in der Hauptrunde sämtliche Spiele mit 3:0. 

Im Halbfinale gewann Enya Hu das Duell gegen Michelle Wu mit 3:2, während sich Emily Wu in drei knappen Sätzen gegen Elina Hu durchsetzte. Das anschliessendeFinale gewann Enya Hu mit 3:0, wobei auch hier alle Sätze knapp ausfielen. 

Auch im Mixed-Doppel gab es Erfolge zu feiern. Emily Wu und Timéo Raimbaud stiessen bis ins Halbfinale vor und sicherten der Schweiz damit eine weitere Medaille. Auch Celeste Matter feierte an der Seite ihres norwegischen Doppelpartners Cedric Maehle einen Erfolg: Die beiden erreichten das Viertelfinale. 

Für die Schweizer Timéo Raimbaud und Wai-Lam Trinh sowie für Celeste Matter bei den Mädchen bedeutete die Gruppenphase das Aus. Insbesondere Raimbaud konnte jedoch gut mithalten und gestaltete sämtliche Spiele ausgeglichen. Pelz attestierte den drei Nachwuchsspielerinnen und -spielern einen guten Einsatz und zog eine positive Bilanz: «Timéo, Wai-Lam und Celeste konnten vom Turnier auf jeden Fall profitieren und bereits in einigen Spielen gut mithalten. Für ihre Entwicklung ist es super, dass sie sich mit der starken internationalen Konkurrenz messen können.» 

Celeste Matter

U15 – Enya Hu doppelt nach 

Direkt im Anschluss an das U13-Finale stand für Enya Hu noch das Finale in der älteren Kategorie an. Dort traf sie auf die Deutsche Lotta Rothfuss, gegen die sie zwei Wochen zuvor beim WTT-Turnier in Spa noch verloren hatte. Nach zwei klar verlorenen Sätzen drehte Hu auf und entschied die folgenden drei Sätze überzeugend für sich. Dasselbe war ihr bereits im Halbfinale gegen die Portugiesin Matilde Sousa gelungen, als sie ebenfalls einen 0:2-Satzrückstand wettmachte. «Enya konnte sich in den Spielen jeweils deutlich steigern, was beeindruckend war. Was ihr noch etwas fehlte, war die Fähigkeit, dieses Topniveau von Anfang an abzurufen», bemerkte Pelz. «Sie übersteht kritische Situationen sehr gut und konnte sich gegen zwei starke Gegnerinnen zurückkämpfen.» 

Michelle Wu qualifizierte sich ebenfalls für das Halbfinale, wo sie Rothfuss in drei Sätzen unterlag. Zuvor hatte Wu im Viertelfinale mit Barbora Guassardo die Nummer 1 des Turniers ausgeschaltet. «Michelle hat ein sehr gutes Turnier gezeigt und Fortschritte in ihrem aktiven Spiel gemacht. Vor allem ihr Auftritt gegen Guassardo war sehr souverän. Die Slowakin gehört zu den zehn besten Spielerinnen Europas in der U15-Kategorie, und Michelle konnte sie deutlich schlagen», so Pelz. «Im Halbfinale war sie gegen Rothfuss mental etwas müde, da sie nur wenige Minuten zuvor das intensive U13-Halbfinale gegen Enya gespielt hatte.» 

Für Enya Hu und Michelle Wu war das Turnier besonders intensiv, da beide in den Kategorien U13 und U15 weit kamen. Deshalb verzichteten sie bewusst auf einen Einsatz im Mixed-Doppel. Laut Pelz war dies die richtige Entscheidung: «Enya und Michelle mussten nach ihren Einsätzen oft schon wenige Minuten später wieder spielen. Das war sehr intensiv und mental anstrengend.» 

Auch Julia Gajewska zeigte eine starke Leistung und überstand die Gruppenphase mit zwei Siegen. Erst im Achtelfinale musste sie sich der starken Portugiesin Sousa geschlagen geben. Auch in diesem Spiel hatte sie ihre Chance: Beim Stand von 1:1 verlor sie den wichtigen dritten Satz jedoch knapp mit 11:13 und anschliessenddie Partie mit 1:3. 

Artikel ETTU