An den inoffiziellen Europameisterschaften der Kategorien U11, U12 und U13 zeigten die Schweizer Nachwuchsspielerinnen erneut, dass sie aktuell zu den Besten Europas gehören. Enya Hu gewann die Kategorie U13 in einem Schweizer Finale gegen Michelle Wu. Emily Wu sicherte sich in der Kategorie U12 die Bronzemedaille, und Elina Hu erreichte bei den Jüngsten das Finale.
Text: Lionel Weber / Fotos: Pedro Pelz und Ligue du Grand Est de Tennis de Table
Für Enya Hu ist es nach ihrem Sieg vor zwei Jahren bereits der zweite Erfolg an den Euro Mini Champ’s. Im Finale setzte sie sich gegen ihre Teamkollegin Michelle Wu mit 3:0 durch. Damit kam es bei den Euro Mini Champ’s erstmals zu einem rein Schweizer Final. Enya Hu musste insbesondere im Halbfinale gegen Xintian Gu aus Singapur kämpfen, gegen die sie bereits mit 0:2 zurückgelegen hatte. Michelle Wu gewann ihr Halbfinale gegen Emma Yang aus den USA hingegen souverän mit 3:0. Zuvor hatten die beiden Schweizerinnen nur einzelne Sätze abgegeben und sich souverän durch das Turnier gespielt. «Mit ein oder zwei Ausnahmen war fast die gesamte europäische Elite am Start, die gegen Enya und Michelle an diesem Turnier nicht viel ausrichten konnte», berichtete Chef Nachwuchs Pedro Pelz. Für die offiziellen U13-Europameisterschaften, die im November in der Türkei stattfinden werden, scheinen die beiden auf jeden Fall bereit zu sein.

Emily Wu erlebte in ihrer Kategorie ein Turnier mit Höhen und Tiefen. In den Gruppenspielen musste sie sich der Französin Eva Surand knapp mit 2:3 geschlagen geben. Danach fand sie immer besser ins Turnier und gewann sowohl das Achtel- als auch das Viertelfinale mit 3:0. Im Halbfinale war dann Mehin Mirzabalayeva aus Aserbaidschan zu stark. Wu gewann jedoch das Spiel um Platz drei erneut souverän und sicherte sich damit die Bronzemedaille. «Emily Wu konnte sich im Verlauf des Turniers steigern und mehr Struktur in ihr Spiel bringen. Besonders positiv war auch, dass sie nach der Niederlage im Halbfinale das Spiel um Platz drei nochmals gut abschliessen und sich die Medaille verdienen konnte», meinte Pedro Pelz.
Bei den Jüngsten holte Elina Hu mit einem starken Auftritt eine weitere Medaille für die Schweiz. Ihre härtesten Duelle lieferte sie sich mit den türkischen Spielerinnen. Im Viertelfinale konnte sie Defne Üzümzünoch mit 3:2 bezwingen, musste sich im Finale jedoch Derin Mülazim knapp geschlagen geben. Nach einer 2:0-Führung für Hu konnte die Abwehrspielerin ihr Spiel etwas umstellen und die restlichen drei Sätze für sich entscheiden. Pedro Pelz war dennoch zufrieden mit dem Auftritt von Hu, die auch im nächsten Jahr noch in der Kategorie U11 spielberechtigt ist: «Elina Hu hat eine super Leistung gezeigt, auch im Finale gegen ein Spielsystem, das ihr nicht unbedingt liegt. Sie kann aus diesem Turnier viel für ihre Entwicklung mitnehmen.»
Die übrigen Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich in den Gruppenspielen nicht für die Hauptrunde qualifizieren und traten anschliessend in der Consolation Round an. Für einige von ihnen war es die erste Teilnahme an einem so grossen internationalen Turnier, weshalb sie wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. «Die Jungs konnten zum ersten Mal das Niveau der besten Spieler Europas in ihrer Kategorie erleben, was einen wichtigen Lernprozess auslöst. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Motivation und ihrem Einsatz», berichtete Yannick Charmot, der Adrian Feret und Leonard La Spada am Turnier betreute.
Chef Nachwuchs Pedro Pelz zog insgesamt ein positives Fazit des Turniers: «Die Euro Mini Champ’s waren ein hervorragendes Turnier für uns. Die Jungs durften erstmals wichtige internationale Erfahrungen sammeln. Wir haben damit gerechnet, dass die vier Mädchen um die Medaillen mitspielen würden. Dass sie diese Erwartungen in der Praxis dann so überzeugend erfüllen, ist jedoch beeindruckend und zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert sie aktuell in Europa in ihrer jeweiligen Altersklasse einnehmen.»

