Enya Hu, Elina Hu und Emily Wu reisten begleitet von Nachwuchschef Pedro Pelz nach Osijek, um an den Croatia Open teilzunehmen. Insbesondere die U13-Konkurrenz wurde dabei zur Bühne für die jungen Schweizerinnen.
Text: Sebastian Lauener / Fotos: Pedro Pelz
Gold im U13-Doppel und -Einzel für Enya Hu, Bronze für Elina Hu/Emily Wu im U13-Doppel
Im U13 Einzel überstanden die drei Schweizer Vertreterinnen ihre Gruppen ohne Niederlage. Anschliessend stiess Emily Wu dank eines Freiloses und einem anschliessenden 3:1-Sieg ins Viertelfinale vor, wo allerdings gegen Carmen Gomez aus Spanien Endstation war. Elina Hu setzte sich nach ihrem Freilos zweimal mit 3:1 durch und stand somit im Halbfinale, wo sie aber gegen die Rumänin Bianca Stefania Toma mit 1:3 unterlag. Dieselbe Gegnerin hatte Elina Hu in Linz vor rund einem Monat noch geschlagen, allerdings war die Rumänien in Kroatien in deutlich stärkerer Verfassung. Enya Hu ihrerseits legte bis ins Final einen soliden Durchmarsch hin und traf somit auf ebenjene Toma.
Im Finale zeigte Enya Hu schliesslich Nerven: Nach einem Rückstand von 1:2 und 6:7 wurde das Timeout genommen, was den Wendepunkt darstellen sollte. Die Muttenzerin konnte das Spiel drehen und gewann die letzten Sätze mit 11:9 und 11:5, womit sie sich um fünften Satz den Turniersieg holte.
Im U13-Doppel wiederum stiessen Emily Wu/Elina Hu bis in den Viertelfinale vor, wo sie jedoch im fünften Satz mit 8:11 knapp scheiterten. Enya Hu und ihre Partnerin Bara Cupáková aus Tschechien ihrerseits gaben im gesamten Turnierverlauf lediglich gegen die rumänischen Finalgegnerinnen einen Satz ab und gewannen in souveräner Manier.
Dass Enya sowohl im Einzel wie auch im Doppel der U13-Kategorie triumphierte, war nicht unbedingt überraschend, aber dennoch erfreulich: Sie war punktemässig die stärkste U13-Teilnehmerin. Ebenso bestätigten Elina Hu und Emily Wu mit ihren Leistungen die Setzliste.
Ergebnisse U13-Einzel und U13-Doppel.

U15: Schweizer Talente wachsen über sich hinaus
Auch in der U15-Kategorie gewannen Enya und Elina Hu ihre Gruppen, Emily Wu landet landete nach einer 2:3-Niederlage aufgrund des Direktvergleichs dreier punktgleichen Spielerinnen auf Rang 2. In der Folge kam Wu bis ins Achtelfinale dank eines umkämpften Fünfsatzsieges und eines überzeugenden 3:0-Erfolgs im Anschluss. Die Rumänin Kriss Yasmin Serban war im Viertelfinale aber eine zu hohe Hürde. Elina Hu profitierte von einem Freilos, aber leider schied sie bereits im nachfolgenden Sechzehntelfinalspiel mit 0:3 aus, wobei zwei Sätze sehr umstritten waren und das Spiel durchaus einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Die ältere Schwester Enya Hu hatte ebenfalls ein Freilos, reihte danach zwei Siege aneinander und traf im Viertelfinale auf Aleksandra Nawrocka aus Polen, wo ihr Lauf mit einer 1:3-Niederlage endete.
Die Leistungen von Elina Hu und Emily Wu dürfen zweifellos als Erfolg verbucht werden. Besonders die erst neunjährige Elina Hu beeindruckte, die sich trotz deutlich älterer Konkurrenz erstaunlich weit vorkämpfte. Für Enya Hu wäre wahrscheinlich sogar noch mehr möglich gewesen, hätte sie gegen ihre polnische Gegnerin aktiver auftreten können.
Ergebnisse U15 Einzel.
Aufschläge top, Eröffnung ausbaufähig: Pedro Pelz zieht positives Fazit
Der Chef Nachwuchs Pedro Pelz zieht ein insgesamt positives Schlussfazit: «Mit den Ergebnissen dürfen wir insgesamt sehr zufrieden sein. Spielerisch gab es sowohl Höhen als auch Tiefen. An dem, was es zu verbessern gilt, müssen wir in den kommenden Trainings arbeiten. Mit Michelle, die kurzfristig krankheitsbedingt absagen musste, hätten wir vermutlich noch besser abgeschnitten.» Übergreifend wurde bei allen Schweizer Spielerinnen ein strukturelles Muster sichtbar: Zwar verfügen Emily Wu, Enya und Elina Hu über starke Aufschläge – ein grosser Vorteil im Jugendbereich –, doch die Chancen nach dem ersten passiven Rückschlag der Gegnerinnen werden noch zu selten aktiv genutzt. Genau hieran soll in den nächsten Trainings angesetzt werden.

