Mit dem Start der neuen Ausgabe des CCB Europe Top 16 Cups in Montreux präsentierte sich die Schweizer Delegation mit kontrastreichen Auftritten: Während Rachel Moret zum Auftakt der Qualifikation klar an der Französin Charlotte Lutz scheiterte, setzte Pedro Osiro mit einem mutigen Debüt ein Ausrufezeichen.
Text: Bernard Heimo / Fotos: René Zwald
Rachel Morets Frustration
Die neue Ausgabe der Top 16 kann beginnen. Sie sind alle da, die Crème de la Crème des europäischen Tischtennis ist in Montreux. Die Bälle schlagen auf, fliegen durch die Luft. Die Trainingshalle vibriert bereits vor unglaublicher Energie. Alle wollen sich beweisen und einen guten Start hinlegen.
Die Frauen haben an diesem Qualifikationsdonnerstag für die Hauptrunde den Anfang gemacht. Alle warteten gespannt auf den Auftritt von Rachel Moret, der Nummer 1 der Schweiz. Gegen die Französin Charlotte Lutz, die Nummer 17 Europas, anzutreten, war keine leichte Aufgabe.
«Auf diesem Niveau gibt es keine gute oder schlechte Auslosung, man muss einfach alles geben. Ich habe seit drei Jahren nicht mehr gegen sie gespielt und noch nie gegen sie gewonnen.»
Nach einem guten Aufwärmen neben Truls Moregard betrat die Schweizerin die Arena. Leider wurde schnell klar, dass dies eine unmögliche Aufgabe sein würde. Schnell mit 6:1 und dann 8:2 in Rückstand geraten, verlor sie den ersten Satz in nur vier Minuten mit 11:5.
Der zweite Satz war eine Kopie des ersten: 11:4. Die Hoffnung hielt trotz eines erfolgreichen Starts in den letzten Satz (2:0 für Rachel) nicht lange an. Charlotte Lutz erzielte anschliessend sieben Punkte in Folge und gewann mit 11:5.
Die Unterstützung des Publikums konnte Rachel kaum helfen, die keine Mittel hatte, um ihre konzentrierte und engagierte Gegnerin zu stören. Nachdem sie etwa zwanzig Minuten allein in ihrer Umkleidekabine verbracht hatte, analysierte sie das bestrittene Spiel mit einer gewissen Traurigkeit.
«Es gab nicht viel zu tun, ihr Spiel hat mir immer Probleme bereitet; ausserdem hatte sie nicht einmal Probleme mit meinem Aufschlag. Sie war zu stark, das ist frustrierend. Ich hatte Ambitionen, und wenn man an den Tisch tritt, dann immer mit dem Wunsch zu gewinnen.»
Pedro Osiro nach tapferer Leistung geschlagen
Eine schöne Überraschung mit einem Schweizer Spieler, den man auf diesem Niveau nicht unbedingt erwartet hätte. Bei seinem ersten Auftritt in den Top 16 weckte der 24-jährige Pedro Osiro in der Qualifikation Hoffnungen, auch wenn er gegen den Spanier Alvaro Robles unterlag.
Gegen einen erfahrenen Spieler, der auf Platz 15 der europäischen Rangliste steht, wagte er alles und schaffte es sogar, den ersten Satz mit 11:9 zu gewinnen. Der auf Platz 417 der europäischen Rangliste stehende Spieler liess seine Angst hinter sich und konnte sich befreien.
Aggressiv erspielte er sich sogar zwei Satzbälle im dritten Durchgang, konnte diese jedoch leider nicht verwandeln, was sein einziges Bedauern ist. Pedro Osiro wird dennoch eine ausgezeichnete Erinnerung an dieses Abenteuer und vor allem an die Hoffnungen behalten.
«Es ist eine schöne Erfahrung, hier zu spielen und mit solchen Spielern zusammen zu sein. Ich hatte meine Chance und habe alles gegeben. Ich war nicht so weit davon entfernt, auch wenn der Weg noch lang ist.»
Er wird bis Sonntag bleiben, um das Spektakel zu geniessen.
Unter den Qualifikanten für die Hauptrunde gab es keine Überraschungen.
Bei den Damen gewann Annett Kaufmann, die Nummer 16 in Europa, ihre beiden Spiele mit Bravour und einem sehr spektakulären Spiel. Mit 19 Jahren hat sie bereits eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorzuweisen, darunter insbesondere einen Europameistertitel im Mannschaftswettbewerb, den sie letztes Jahr mit Deutschland errungen hat.
In der etwas biederen Welt des Tischtennis bringt sie ein wenig Farbe ins Spiel. Sie ist überschwänglich, schreit, redet und verbirgt ihre Emotionen nicht. Mit ihrer Art und ihrem Talent erinnert sie ein wenig an Aryna Sabalenka, die Nummer 1 der Welt im Tennis.
Die 20-jährige Französin Charlotte Lutz, die Rachel Moret besiegte, sicherte sich mit Bravour das zweite Qualifikationsticket.
Bei den Männern haben sich nach spannenden Kämpfen der Spanier Alvaro Robles und der Kroate Tomislav Pucar das Recht erkämpft, ihren Weg fortzusetzen.
Nun geht es weiter mit der Endrunde. SHOWTIME








