Diesen Samstag findet in Petit-Lancy der Superfinal der STTL statt. Für den ZZ-Lancy wird es ein doppeltes Heimspiel. Der Gastgeber trifft bei den Frauen auf Rio-Star Muttenz und bei den Herren auf Carouge. Nach den beiden Finalniederlagen im letzten Jahr könnte es für die Genfer in diesem Jahr ein richtiges Tischtennisfest werden. Doch der Titelverteidiger aus Carouge und das Überraschungsteam aus Muttenz wollen ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Die Frauen beginnen um 13:30 Uhr, die Männer um 17:30 Uhr.
Die Spiele werden live auf Youtube übertragen.
Text: Sebastian Lauener / Fotos: René Zwald
STTL Women: Rio-Star Muttenz fordert ZZ-Lancy heraus
Am Tag des Superfinals kommt es zum mit Spannung erwarteten Duell zwischen ZZ‑Lancy und Rio‑Star Muttenz. Beide Teams, welche die Gruppenmeisterschaft punktgleich abschliessen konnten, haben ihren Weg in den Final auf unterschiedliche Weise gefunden. Gehen die Gastgeberinnen aufgrund des Heimvorteils leicht favorisiert in die Partie?
ZZ‑Lancy wird ausgeruht, aber ohne Playoff-Spielpraxis in dieses Endspiel gehen, da die Halbfinalgegnerinnen von Zürich‑Affoltern forfait geben mussten. Genau darin könnte laut Trainer Florian Denerier ein kleiner Nachteil liegen: Muttenz habe bereits mit im neuen Playoff-Format gespielt. Er verneint zudem eine mögliche Favoritenrolle des Heimteams: «Ich glaube nicht, dass es in diesem Finale einen Favoriten gibt. Alle Spielerinnen der beiden Teams spielen auf hohem Niveau.» Der Schlüssel zum Erfolg liege anderswo: «Die Stimmung im Team und die Entschlossenheit jeder einzelnen Spielerin werden entscheidend sein», betont Denerier. Die Teamchemie sei denn auch eine der grossen Stärken von ZZ‑Lancy.
Ganz anders verlief der Weg von Rio‑Star Muttenz. Die Baselbieterinnen mussten in einer intensiven Halbfinalserie gegen Titelverteidiger Neuhausen bestehen und bewiesen dabei Nervenstärke: Im Normalfall fielen die Entscheidungssätze zu Gunsten von Rio-Star aus. Die Auftritte im Halbfinal haben Muttenz zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. «Das Halbfinale war sehr umkämpft und ich denke, wir können uns ebenfalls auf ein spannendes Finale freuen», sagt Emma Kühn. Für das junge Team ist der Vorstoss in den Superfinal ein Meilenstein: «Wir stehen zum ersten Mal im Superfinale und werden unser Bestes geben, um den Titel zu holen», so Cynthia Lilly.
Besondere Motivation bringt Enya Hu mit: Für sie wird es das letzte Spiel im Trikot von Muttenz sein, bevor sie ins Ausland wechselt. «Deswegen bin ich besonders motiviert, nochmals alles zu geben», erklärt sie diesen zusätzlichen emotionalen Faktor im ohnehin aufgeladenen Saisonhöhepunkt. Teamleaderin Alex Blazek hebt, ähnlich wie Denerier aufseiten von ZZ-Lancy, die positive Stimmung des Teams hervor: «Die Saison mit meinen jungen Teamkolleginnen hat sehr Spass gemacht und jetzt freuen wir uns auf das Finale.»

STTL Men: Genfer Duell um den Titel
Text: Lionel Weber
Bei den Herren kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Finals. Nach der Niederlage vor einem Jahr sinnt Lancy im Heimfinale auf Revanche. Die Aufgabe dürfte jedoch alles andere als einfach werden, denn Carouge präsentiert sich noch stärker als in der vergangenen Saison. Gleichzeitig spielt aber auch Lancy eine herausragende Spielzeit. Die beiden Direktduelle in dieser Saison endeten mit einem 5:5 sowie einem knappen 6:4-Erfolg für Carouge. Alles deutet somit auf einen engen Kampf um den Titel hin.
Titelverteidiger Carouge hat sich zu Saisonbeginn mit den Neuzugängen Mihai Bobocica und Maxime Antoine-Michard zusätzlich verstärkt. Der Italiener Bobocica weist eine der besten Bilanzen der Liga auf, und auch Antoine-Michard musste sich in der laufenden Saison lediglich viermal geschlagen geben. Als nominelle Nummer drei stehen mit Clément Chobeau, Bastien Dupont und Nolan Givone zudem die Meistermacher des Vorjahres bereit. Im Halbfinale machte Carouge mit der Überraschungsmannschaft der Saison, den Young Stars Zürich, kurzen Prozess. Mit 3:1 und 3:0 setzten sich die Genfer souverän durch und qualifizierten sich für den Superfinal. Dank ihrer Erfahrung und internationalen Klasse gehen sie leicht favorisiert in die Partie.
Doch auch der ZZ-Lancy scheint bereit für den grossen Final. Im Halbfinale eliminierten die Genfer mit Lugano bereits einen der Topfavoriten. Neuzugang Benjamin Fruchart erwies sich als absoluter Glücksgriff. In der Qualifikationsrunde verlor er lediglich ein einziges Spiel. Gegen Bobocica musste er in der Hinrunde zwar noch als Verlierer von der Platte, revanchierte sich in der Rückrunde jedoch eindrucksvoll mit einem 3:0-Erfolg. Neben dem Franzosen überzeugten auch die beiden Schweizer Loïc Stoll und Yoan Rebetez mit starken Leistungen und einer deutlich positiven Bilanz in der Qualifikation. Weitere Optionen bieten Chaitanya Vepa und Michel Martinez. Der Altmeister und Coach der Genfer wurde im entscheidenden dritten Spiel gegen Lugano überraschend im Doppel eingesetzt und gewann an der Seite von Fruchart prompt die wichtige Partie.

