Genau 100 Jahre nach den ersten Tischtennis-Weltmeisterschaften kehrt das Turnier in diesem Jahr nach London zurück. Die Schweizer Frauen dürfen sich kurzfristig über eine Teilnahme freuen: Dank ihrer Weltranglistenposition sind sie ins Teilnehmerfeld nachgerückt. In der Gruppenphase trifft die Schweiz auf Chile, Madagaskar und die Slowakei. Gegen Madagaskar gehen Rachel Moret, Fanny Doutaz, Michelle Wu und Enya Hu leicht favorisiert an den Tisch. Chile und die Slowakei hingegen gelten auf dem Papier als stärkere Gegnerinnen. Turnierstart ist der 28. April.
Text: Lionel Weber / Fotos: WTT und ETTU
“Wir haben mit Sicherheit eine der interessantesten Mannschaften der WM”, meint Nationaltrainer Samir Mulabdic. Tatsächlich könnten die Voraussetzungen für die Schweizer Spielerinnen vor der WM kaum unterschiedlicher sein. Teamcaptain Rachel Moret (WR 135) vertrat die Schweiz bereits 2007 an den Weltmeisterschaften in Zagreb – 6 Jahre bevor ihre Teamkolleginnen Michelle Wu und Enya Hu geboren wurden. Moret geht als Teamleaderin an den Start und kann mit ihrem Spiellevel und ihrer Erfahrung das ganze Team mitziehen. Fanny Doutaz (WR 721) hat vergangene Woche mit einem Sieg gegen die Weltnummer 326 ihre starke Form unter Beweis gestellt und scheint bereit für ihre Rolle als Nummer zwei im Team. “Für die beiden jungen Spielerinnen Michelle und Enya geht es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln. Sie sollen die Atmosphäre einsaugen und vollen Einsatz zeigen”, so Mulabdic.

Ein konkretes Ergebnisziel will der Nationaltrainer nicht formulieren. Entscheidend sei, dass jede Spielerin ihr Potenzial ausschöpft und ihre Leistung abrufen kann. “Dann werden wir sehen, wohin es reicht. Natürlich wäre es ein schöner Erfolg, wenn wir die Gruppenphase überstehen. Aber wir sind als Ersatz nachgerutscht und stehen nicht unter Ergebnisdruck.”
Die Schweiz startet am Dienstag um 20:30 Uhr Schweizer Zeit gegen die Slowakei ins Turnier. Die weiteren Gruppenspiele gegen Madagaskar und Chile folgen am Donnerstag und Freitag. „Die Slowakei und Chile verfügen über mehrere starke und erfahrene Spielerinnen in ihren Reihen“, erklärt Mulabdic. Doch auch Madagaskar hat mit Hanitra Raharimanana (WR 148) eine gefährliche Akteurin im Team. Die Gruppensiegerinnen sowie die sechs besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt für die Hauptrunde. Die übrigen acht Zweitplatzierten erhalten in einer Zwischenrunde eine weitere Chance auf den Einzug ins Haupttableau, wo Gegnerinnen wie China, Japan oder Deutschland warten.

