Beim neu gestalteten Ranglistenturnier Elite setzten sich mit Elias Hardmeier und Rachel Moret die Favoriten durch. Hardmeier siegte im Finale gegen Pedro Osiro, nachdem er ihm in der Gruppenphase noch unterlegen war. Rachel Moret schlug Nachwuchstalent Michelle Wu in einem knappen Finale mit 3:2. Damit werden Hardmeier und Moret die Schweiz im Februar am Europe Top 16 in Monteux vertreten. Die erste Austragung des aufgewerteten Ranglistenturniers war ein Erfolg und bot zahlreiche spektakuläre und spannende Spiele.
Text: Lionel Weber / Fotos: Théo Enger
Ergebnisse / Fotoalbum (Folgt in kürze)
Samstag: Lokalmatador Memmi mit Sensation, Nachwuchsspielerinnen überzeugen
Bereits der Samstag bot Spitzentischtennis: 24 Männer und 14 Frauen kämpften um je sechs Plätze für den Sonntag, neben den gesetzten Moret, Doutaz, Hardmeier und Keusch. Für die grösste Sensation sorgte dabei wohl der Carouger Daniel Memmi, der seine Gruppe dank eines knappen Sieges gegen Numa Ulrich auf Platz 2 abschloss und anschliessend Mauro Schärrer in der Zwischenrunde eliminierte. Das augeglichene Niveau zeigte sich auch dadurch, dass kaum einer der Topgesetzten ohne Niederlage durch den Tag kam. Loic Stoll musste sich Yannick Taffé geschlagen geben, Chaitanya Vepa verlor gegen Mauro Schärrer, Yoan Rebetez verlor gegen Severin Scherrer und Pedro Osiro unterlag Filip Karin und Nicolas Champod. Alle vier zeigten jedoch in den entscheidenden Momenten wieder ihr bestes Tischtennis und qualifizierten sich doch noch für die Top 8 vom Sonntag. Einzig Barish Moullet blieb ungeschlagen, stand aber in der Zwischenrunde gegen Severin Scherrer beim 0:2 Satzrückstand ebenfalls bereits am Rande einer Niederlage.
Auch bei den Frauen konnten sich die topgesetzten Spielerinnen mehrheitlich für das Finale vom Sonntag qualifizieren. Ilvi Ulrich und Michelle Wu zeigten den ganz Tag über souveräne Leistungen. Akhyata Patra und Nina Tulli wurden in der Zwischenrunde ebenfalls ihrer Favoritinnenrolle gerecht, nachdem sie in der Gruppenphase noch Elina Hu, respektive Emily Wu unterlegen waren. Mit Hu und Wu qualifizierten sich am Schluss auch noch die beiden jüngsten Spielerinnen für das Top 8 vom Sonntag.
Sonntag: Die Schweizermeisterin zeigt erneut ihre Klasse
Rachel Moret zeigte am Sonntag, dass sie noch immer die beste Spielerin der Schweiz ist. Im Halbfinale gegen Fanny Doutaz (3:1) und im Finale gegen Michelle Wu (3:2) musste sie aber einige heikle Momente überstehen. Dementsprechend erleichterte zeigte sich Moret nach dem Spiel: «Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, der mir persönlich sehr wichtig war». Moret musste im Sommer aufgrund einer Verletzung lange pausieren und konnte erst vor kurzem wieder mit dem Training anfangen. «Dementsprechend hatte ich grossen Respekt vor diesem langen Wettkampftag mit fünf Spielen. Umso glücklicher bin ich, dass ich sowohl mental als auch körperlich durchgehalten habe. Auch wenn es im Final gegen Michelle sehr schwierig wurde, da sie viele Bälle auf den Tisch brachte und mich immer wieder dazu zwang, mich anzupassen», bilanzierte Moret.
Der 13-jährigen Michelle Wu gelang der Durchbruch bei der Elite mit einem Sieg in der Gruppenphase gegen Fanny Doutaz und im Halbfinale gegen Akhyata Patra. Es war beeindruckend, wie sie gegen Doutaz im Entscheidungssatz einen 7:9-Rückstand drehte und sich gegen die Vize-Schweizermeisterin durchsetzen konnte. Im Halbfinale gelang Wu gegen Patra dann die Revanche für die Viertelfinalniederlage an den Schweizermeisterschaften im Frühling. Und auch im Finale hielt sie nach einem wenig vielversprechenden Startsatz gegen Moret gut mit, auch wenn die Rekord-Schweizermeisterin im Entscheidungssatz dann nochmals einen Gang höher schalten konnt.

Herren: Hardmeier mit Steigerungslauf
Bei den Herren konnte sich Schweizermeister Elias Hardmeier im Verlaufe des Tages immer mehr steigern und seinem Palmarès einen weiteren Titel hinzufügen. Im Finale traf er auf den stark aufspielenden Pedro Osiro, der das erste Direktduell in der Gruppenphase gewonnen hatte. Hardmeier bewies aber, dass er aus seinen Fehlern vom Morgen gelernt hatte. «Im ersten Spiel hat Pedro einige kluge Spielzüge verwendet. Im Finale konnte ich mich besser darauf einstellen und war bereit. Ich habe auch befreiter aufgespielt als am Morgen und mich spielerisch nochmal steigern können», meinte Hardmeier nach dem Spiel.
Besonders hoch einzustufen ist auch seine Leistung im Halbfinale gegen Noe Keusch. Keusch hatte seine 4er-Gruppe auf souveräne Art und Weise gewonnen, blieb im Halbfinale aber ohne Chance. Mit einem Sieg im Spiel um Platz 3 gegen Barish Moullet konnte sich Keusch immerhin eine Medaille erspielen. Titelverteidiger und Finalist Pedro Osiro schrammte zwar knapp am Titel vorbei, kann aber angesichts des schwierigen Starts am Samstag mit dem zweiten Rang durchaus zufrieden sein.

Positive erste Bilanz nach Reform des Ranglistenturniers
Die erste Austragung nach der Reform des Ranglistenturniers kann als Erfolg verbucht werden. Das Niveau war bei den Herren und Damen hoch und fast alle der besten Schweizer Spielerinnen und Spieler waren am Start, auch wenn bei den Frauen nicht alle Startplätze aufgefüllt werden konnten. Sieger Hardmeier zog eine positive Bilanz: «Das Ranglistenturnier wurde mit der Reform aufgewertet und das Turnier als Qualifikation für das Europe Top 16 zu verwenden macht ebenfalls Sinn. Ich freue mich sehr, im Februar in Montreux antreten zu können».
Und auch Moret ist vom neuen Spielsystem angetan: «Ich finde das Spielsystem sehr gut. Es ermöglicht, wirklich gegen alle Schweizer Spielerinnen anzutreten, und ich finde es schön, dass wir uns gegenseitig messen können. Heute war es das erste Mal, dass ich in einem offiziellen Match gegen Michelle, Emily, Akyatha und Ilvi gespielt habe. Ich finde es eine sehr gute Sache, dass wir die Möglichkeit bekommen, uns von Zeit zu Zeit miteinander zu messen.»

