Vom 10. bis 19. Juli finden in Gondomar (Portugal) die Jugend-Europameisterschaften U15 und U19 statt. Die Schweiz geht mit Ambitionen an den Start und möchte die guten Resultate des Vorjahrs und der U13-Europameisterschaften bestätigen. Während die Knaben bereits in der ersten Division starten und um den Klassenerhalt kämpfen, wollen die Mädchen ebenfalls den Aufstieg und damit den Vorstoss in die besten 16 von Europa erreichen.
Text: Lionel Weber / Fotos: Pedro Pelz und WTT
Nach einer äusserst erfolgreichen Nachwuchssaison geht es für die Schweizer Nachwuchsspielerinnen und -spieler zum Saisonhighlight nach Portugal. Nachwuchsverantwortlicher Pedro Pelz zeigt sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf: “Nachdem Ilvi Ulrich beim WTT Turnier in Spanien einen Podestplatz erreicht hat, haben wir mittlerweile 7-8 Spielerinnen und Spieler die an ETTU und WTT-Turnieren bereits aufs Podest gekommen sind und um einen Turniersieg mitspielen können.” Ein einzelner Erfolg sei schwer herauszupicken aber die U13-EM im September mit dem Einzeltitel von Michelle Wu und dem Vizetitel im Team sei schon ein Highlight gewesen, auch wenn das Turnier eigentlich noch zur Vorsaison gehört. Michelle Wu und Enya Hu werden an WTT-Turnieren mittlerweile in den Kategorien U15 und U17 eingesetzt und stehen auch im Aufgebot zur U15-EM. “Für ihre Entwicklung ist es unumgänglich, dass sie gefordert werden und deshalb kaum mehr bei der U13 antreten. Auch an der Elite-WM in London konnten sie wertvolle Erfahrungen sammeln”, so Pelz.
An acht Tagen haben sich die Spielerinnen und Spieler in Prilly auf die EM vorbereitet. Der Fokus sei gemäss Pelz vor allem auf dem Aufschlag, dem Rückschlag und dem ersten Ball gelegen: “Darüber hinaus hatten wir auch intensive Doppeleinheiten, um an den Abläufen zu arbeiten. Bei den U15-Teams kommt dem Doppel eine sehr wichtige Rolle zu. Neben den Einzeln ist das Doppel oftmals entscheidend für den Sieg des Teams.”
Die Mädchen des U15-Teams mit Ilvi Ulrich, Michelle Wu und Enya Hu, sowie die U19-Spielerin Akhyata Patra, waren eine Woche zuvor noch in Düsseldorf, um gemeinsamen mit der deutschen Nationalmannschaft ein zusätzliches Trainingslager zu absolvieren. Die Stimmung war laut Pelz hervorragend: “Es war eine sehr homogene Gruppe mit acht deutschen Nationalspielerinnen und unseren vier Spielerinnen. Alle hatten ein ähnliches Leistungsniveau und die Motivation der Spielerinnen war durch die anderen Trainingspartnerinnen und das Umfeld des nationalen Trainingszentrums der deutschen Topspielerinnen extrem hoch. Deswegen ist es angedacht, auch in Zukunft gemeinsame Trainingslager durchzuführen.”
U15 Mädchen: Viertelfinale als Ziel
Die U15-Mädchen haben in dieser Saison international auf sich aufmerksam gemacht: Mit diversen Turniersiegen an ETTU-, und WTT-Turnieren haben sich Michelle Wu und Enya Hu in die Top 15 des europäischen Rankings hochgearbeitet, obwohl sie noch zwei weitere Jahre in der Kategorie U15 mitspielen können. Die dritte und älteste im Bunde, Ilvi Ulrich, steht im Ranking mit Position 41 zwar etwas weiter hinten, was aber durch weniger internationale Einsätze erklärt werden kann. Ihr Halbfinaleinzug am WTT-Turnier in Spanien hat gezeigt, dass auch sie mit den Besten von Europa mithalten kann. Das Team tritt in der gleichen Besetzung wie im Vorjahr an und strebt nach Rang 19 dieses Jahr den Aufstieg in die erste Division an. Mit etwas Losglück scheint für das junge Team danach einiges möglich zu sein. Pedro Pelz formuliert deswegen auch das Viertelfinale als Ziel für das Team: “Zuerst müssen sie aber auch gute Leistungen zeigen und alles muss zusammenpassen. Auch dem Doppel wird eine entscheidende Rolle zukommen.”
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U15 Knaben: Generationenwechsel
Die U15-Knaben erreichten in den letzten zwei Jahren jeweils den formidablen Rang 9. Die Generation um Lowis Vogler, Elias-Mate Simo und Yanni Andriani ist jedoch nicht mehr dabei und mit Arthur Loustalot, Balthazar Porritt und Charlie Hurtado geben gleich drei junge Spieler ihr Debüt. Das Team startet in der ersten Division und es wird interessant sein zu sehen, wie sie sich an ihren ersten Jugend-Europameisterschaften schlagen werden. “Am Anfang wird es in der ersten Division sicher nicht leicht werden, aber danach werden wir sehen, wie die Jungs mithalten können und wo sie sich am Ende einreihen werden”, meint Pelz. Loustalot war bereits bei den U13-Europameisterschaften im Einsatz, wo er mitbeteiligt am sensationellen Team-Silber war. Silas Stalder steht der Mannschaft aufgrund einer Verletzung leider nicht zur Verfügung.
U19 Mädchen: Befreit aufspielen mit Patra als Teamleaderin
Das Team wird wie im Vorjahr von der U17-Schweizermeisterin Akhyata Patra angeführt. Auch Livia Generowicz und Amira Meier sind wieder im Team dabei, während Emma Kühn zum ersten Mal an den Europameisterschaften teilnehmen wird. Nach Rang 32 im Vorjahr peilt das Team dieses Jahr eine Verbesserung an. Da die meisten Spielerinnen noch wenig internationale Erfahrung vorweisen können, wird es mit Sicherheit auch eine gute Gelegenheit sein, sich auf internationaler Bühne beweisen zu können. “Für die Mädchen gilt es von Spiel zu Spiel zu schauen. Gerade auch für Akhyata ist es eine tolle Gelegenheit die Rolle der Spitzenspielerin zu übernehmen und das Team mit guten Leistungen anzuführen”, so Pelz.

U19 Knaben: Mannschaft um Leader Keusch will Aufstieg bestätigen
Im letzten Jahr schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die erste Division und beendete das Turnier auf Platz 13. Teamleader Noe Keusch kann zum letzten Mal an den Jugend-Europameisterschaften teilnehmen und reist mit hohen Ambitionen an. “Noe brauchen wir im Team als Führungsspieler. Wenn die anderen Jungs mitziehen und der ein oder andere über sich hinauswächst, kann es auch dieses Jahr wieder für die Top 16 reichen”, erklärt Pelz. Lowis Vogler und Elias-Mate Simo schafften direkt den grossen Sprung von der U15 zur U19, wo insbesondere Vogler international diese Saison grossartige Resultate zeigte. Daneben sind mit Levi Ulrich und EM-Debütant Severin Scherrer zwei weitere Spieler im Aufgebot. Damit stehen den Coaches auf jeden Fall viele taktische Optionen offen.

