Vorschau STTL: Wer kann ZZ-Lancy herausfordern?

Dieses Wochenende beginnt die Saison in der STTL Men und Women. Die Meisterteams von ZZ-Lancy blieben über den Sommer mehrheitlich komplett und werden versuchen, ihre Titel zu verteidigen. Herausgefordert werden sie unter anderem von den Aufsteigern Bellinzona und Kloten, die mit starken Kadern aufhorchen lassen. 

Text: Lionel Weber / Fotos: Théo Enger und René Zwald

STTL Women: ZZ-Lancy gegen Neuhausen zum Saisonstart 

Bereits im ersten Spiel kommt es am Samstag zum Duell zwischen Titelverteidiger ZZ-Lancy und den Mitfavoritinnen aus Neuhausen. Während Lancy mit der gleichen Aufstellung wie im Vorjahr in die Saison startet, gab es in Neuhausen einen Umbruch. Lucie Gauthier und Akhyata Patra verliessen das Team und wurden durch Ana Tofant (A21), Livia Drotarova (A18) und Melanie Merk (A18) ersetzt. Ana Tofant ist slowenische Nationalspielerin, aktuell die Nummer 222 der Welt und damit eine der stärksten Spielerinnen der Liga. Es wird spannend sein zu sehen, wer sich diesen Samstag durchsetzen kann und damit die Rolle der Saisonfavoritinnen übernimmt. 

Für die Vize-Schweizermeisterinnen aus Muttenz dürfte es kein einfaches Unterfangen werden, ihr Resultat des Vorjahres zu wiederholen: Enya Hu wechselte über die Grenze in die Bundesliga nach Weil am Rhein und ist damit in der Schweiz nicht mehr spielberechtigt. Ersetzt wird sie durch ihre jüngere Schwester Elina Hu, welche damit das Team um Alex Blazek, Cynthia Lilly und Emma Kühn vervollständigt. 

Bei den Zürcher Vereinen Young Stars Zürich und Zürich-Affoltern sind die Voraussetzungen vor der neuen Saison sehr unterschiedlich: Während Zürich-Affoltern im Sommer einen grossen Umbruch vollzog und das Team deutlich verjüngte (siehe separaten Artikel), bleibt das Team von YSZ fast vollständig zusammen. Ilvi Ulrich, Ilona Renold, Elmira Antonyan und Sandra Busin werden versuchen, dieses Jahr die Play-offs und damit den Gang in die unberechenbaren Abstiegsspiele zu vermeiden. 

Das gleiche Ziel dürften auch die Aufsteigerinnen aus Kloten haben. In der letzten Saison gelang den Klotenerinnen mit drei jungen Schweizerinnen gegen Wädenswil der Aufstieg in die STTL. Für die STTL hat sich Kloten nun verstärkt und die französische Verteidigungsspielerin Jeanne Robbes sowie Laura Kaim aus Deutschland verpflichtet. Bestimmt werden auch die jungen Talente des Teams wie Julia Gajewska, Amira Meier und Seraina Rosset zu Einsätzen kommen, und es wird spannend sein zu sehen, ob sich Kloten in der STTL beweisen kann. 

Cynthia Lilly

STTL Men: Carouge verstärkt sich weiter, Aufsteiger ABTT mit Ambitionen 

Auch bei den Herren geht Titelverteidiger ZZ-Lancy die Konkurrenz nicht aus. Besonders gespannt sein darf man dieses Jahr auf die Neuverpflichtungen in Carouge und den Tessiner Aufsteiger aus Bellinzona. Carouge hat mit Simon Berglund (SWE), Patryk Chojnowski (POL) und Stéphane Ouaiche (FRA) gleich drei Neuzugänge zu vermelden, welche die bisherigen französischen Spieler ergänzen. Carouge setzt damit auf internationale Klasse, und insbesondere auf den spektakulären Spielstil des ehemaligen französischen Meisters Ouaiche dürfen die Schweizer Zuschauerinnen und Zuschauer gespannt sein. 

Lancy setzt derweil mehrheitlich auf das gleiche Team wie in der letzten Saison. Vermutlich werden erneut der Spitzenspieler Benjamin Fruchart (FRA) und die Schweizer Nationalspieler Yoan Rebetez, Loïc Stoll und Chaitanya Vepa den Kern der Mannschaft bilden. Gemeldet sind aber auch dieses Jahr Trainer Michel Martinez und der griechische Abwehrstar Panagiotis Gionis, der damit möglicherweise zum Einsatz kommt. 

Ein neuer Herausforderer kommt derweil aus dem Tessin: Aufsteiger ABTT kann neben den A21-klassierten französischen Spitzenspielern Paul Gauzy und Damien Provost auf nicht weniger als sechs A20-klassierte ausländische Spieler zurückgreifen. Sergio Roic, Captain der STTL-Mannschaft von ABTT, gibt dennoch nicht gleich den Titel als Ziel aus: «In den letzten Jahren ist das Niveau in der Schweiz stark angestiegen. Das Niveau aller acht Mannschaften ist hervorragend. Wir wollen zunächst unsere Position in der STTL festigen.» 

Und auch Lugano könnte dieses Jahr erneut um den Titel mitspielen. Mit dem Zugang von Fabio Rakotoarimanana (A21, FRA) haben sich die Luganesen diese Saison ebenfalls verstärkt. 

Mitte Dezember steht für den Tessiner Tischtennissport damit ein historisches Wochenende bevor: Erstmals in der Geschichte der STTL kommt es am 12. und 13. Dezember zu zwei Tessiner Derbys zwischen ABTT und Lugano. Roic hofft, dass dann auch das nationale Tessiner Fernsehen RSI dabei sein wird. «Unser Ziel ist es, den Tischtennissport in den Medien bekannter und sichtbarer zu machen», erzählt er. «Tischtennis ist, wie wir alle wissen, ein wunderbarer Sport. Wenn er richtig präsentiert wird, erwärmt er die Herzen.» 

In die STTL sind die Tessiner gekommen, um zu bleiben. «Der Einstieg in die STTL, in der wir sechs der ersten sieben Spiele auswärts bestreiten werden, wird hart. Deshalb haben wir versucht, uns bestmöglich auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten», so Roic. Eines ist sicher: Im Tessin wird in dieser Saison spektakuläres Tischtennis geboten – und ein Besuch beim Tessiner Derby kann nicht nur RSI wärmstens empfohlen werden. 

Paul Gauzy

Zurück in die STTL kehrt auch der zweifache Einzel-Schweizermeister Elia Schmid. Er spielt nächste Saison in Rapperswil-Jona und wird versuchen, die starke ausländische Ligakonkurrenz als Rapperswiler Führungsspieler in Schach zu halten. 

Bei Neuhausen gab es auch in der Herrenmannschaft einen Umbruch: Captain Pekka Pelz bleibt dem Verein erhalten, daneben ist die Aufstellung aber komplett neu. Rafael Turrini (ITA), Adam Robertson (DE), Marius Henninger (DE) und Peter Hribar (SLO) spielen neu für Neuhausen und könnten zusammen mit Pelz ebenfalls ein schlagkräftiges Team bilden. 

Für Young Stars Zürich und Rio-Star Muttenz geht es hingegen wohl primär darum, den Ligaerhalt zu schaffen. Beide Teams werden ohne ausländische Verstärkung antreten und damit eine schwierige Aufgabe vor sich haben. Bei Young Stars wechselte Noe Keusch nach Deutschland und wird durch Yannick Taffé ersetzt. Der ausgezeichnete Doppelspieler erhält nach dem knapp verpassten Aufstieg mit Vevey seine Chance in der STTL und wird mit Sicherheit hoch motiviert sein, mit den Zürchern den Ligaerhalt zu schaffen. 

Filip Karin