Beim stark besetzten WTT Youth Contender in Helsingborg qualifizierten sich Noe Keusch und Enya Hu für die Viertelfinals. Keusch fehlte zum Medaillengewinn nur ein Punkt und Hu überzeugte auch in der Kategorie U17, in der sie die Nummer 4 des europäischen U15-Rankings ausschaltete. Während bei den Einzelkategorien der grosse Exploit mit dem Vorstoss in die Medaillenränge ausblieb, qualifizierte sich Michelle Wu an der Seite des Spaniers Ladimir Mayorov im Mixed-Doppel für das Halbfinale.
Text: Lionel Weber / Fotos: WTT
U19: Keusch auf Augenhöhe mit den Besten
Noe Keusch zeigte auch bei diesem WTT sein starkes Niveau und schrammte nur ganz knapp an der Medaille vorbei. Die Gruppenphase schloss er auf Rang 2 ab, weswegen er in der Hauptrunde sogleich ein schwieriges Los erhielt. Als Nummer 115 der U19-Weltrangliste traf er auf den Schweden Adam Wallin (WR 60), den er aber mit 3:1 schlagen konnte. Danach wartete mit dem Taiwanesen Pei-You Huang (WR 440) der Sieger der U17-Kategorie, der aufgrund des bisherigen Turnierverlaufs als Favorit auf den Titel galt. Doch Keusch zeigte keine Furcht und bezwang den Favoriten nach abgewehrtem Matchball mit 12:10 im Fünften Satz. Im Viertelfinale wartete mit dem Polen Samuel Michna (WR 44) erneut ein hochkarätiger Gegner. Keusch startete stark und ging mit 2:0 in Führung, doch der Pole konnte zurückschlagen und das Spiel in der Verlängerung des Entscheidungssatzes noch für sich entscheiden.
Keusch hatte im Entscheidungssatz sogar noch einen Matchball, den er leider nicht verwerten konnte. „Noe hat ein sehr gutes Turnier gespielt und hätte den Podestplatz sicher verdient gehabt“, meinte Chef Nachwuchs Pedro Pelz. Besonders gefallen habe ihm, dass Keusch in jedem Spiel von Anfang präsent gewesen sei und jeweils stark loslegen konnte. „Im Viertelfinale hat er im entscheidenden Moment 1-2 Chancen liegen gelassen, aber da kann man ihm keinen Vorwurf machen und das Spiel hätte genau so gut auf seine Seite kippen können“, erklärte Pelz. Dass der Schweizer den späteren Finalisten bis zum äussersten fordern konnte zeigt, dass er mit den besten U19-Spielern von Europa mithalten kann und für die U21-Europameisterschaft bereit ist, welche bereits in einer Woche beginnt.
Auch Lowis Vogler wurde nach zwei Siegen und einer Niederlage Zweiter der Gruppenphase, weswegen er in der ersten Hauptrunde mit dem unrankierten Polen Szymon Flaumenhaft einen Gruppensieger zugelost bekam. Diese Hürde meisterte er mit Bravour und konnte sich mit 3:1 durchsetzen. Der Norweger Khai Lam (WR 42) erwies sich danach aber als zu stark, obwohl Vogler ihm immerhin einen Satz abnehmen konnte. „Lowis hat sich verbessert und eine gute Mischung aus Angriff und Verteidigung gezeigt. Er konnte mehrere Spieler schlagen, die ein ähnliches Spielniveau haben und kann auf jeden Fall zufrieden sein“, meinte Pelz zur Leistung des U17-Spielers.

U17: Hu siegt gegen Topspielerin
Enya Hu und Michelle Wu qualifizierten sich beide als Zweite ihrer Gruppe für die Hauptrunde. Michelle Wu bekam es dort mit der Schwedin Angelina Bebawy zu tun, während Hu auf die Polin Aleksandra Nawrocka traf. Wu verlor in einem umkämpfen Spiel mit 1:3 und auch für Hu sah es zu Beginn nicht gut aus. Gegen die Nr. 4 des europäischen U15-Rankings lag sie rasch mit 0:2 zurück. Mit kämpferischem Einsatz kam sie jedoch zurück ins Spiel und kontrollierte die Partie bis zum fünften Satz, indem sie auch sogleich mit 3:0 in Führung ging. Ein Time-Out der Polin zeigte danach Wirkung und Nawrocka zog mit 8:5 davon. Doch auch Hu konnte auf ihr Time-Out zählen und den Entscheidungssatz im Anschluss mit 11:9 gewinnen. „Im Entscheidungssatz hat Enya eine starke mentale Leistung gezeigt und trotz Rückstand aktiv weitergespielt und das Spiel verdient noch gewonnen“ meinte Pelz. Im Achtelfinale verlor Hu danach gegen die Inderin Ananya Muralidharan in drei knappen Sätzen. „Enya und Michelle spielen zurzeit in der U17-Kategorie mit, obwohl sie noch in der U13 spielberechtigt wären und dort Medaillen und Titel holen könnten. Die Konkurrenz ist bei der U17 natürlich stärker und sie können mehr davon profitieren, gegen diese Gegnerinnen anzutreten“, erklärte Pelz.
Lowis Vogler schloss seine Gruppe ebenfalls auf dem zweiten Rang ab. Eine knappe Niederlage kassierte er gegen den Schweden Sigge Hedbland, gegen den er den ersten Satz gewann und danach zwei Mal in der Verlängerung verlor. In der Hauptrunde traf er deswegen mit dem Schweden Leon Hallberg erneut auf einen starken Schweden. Auch dieses Spiel war umkämpft und Vogler kämpfte sich nach einem 0:2 Satzrückstand zurück, bevor im Entscheidungssatz verlor und ausschied. Des weiteren nahm Noah Karlen am Turnier teil, der erstmals WTT-Luft schnupperte und in der Gruppenphase ausschied.

U15: Starke Konkurrenz und Viertelfinaleinzug von Hu im Einzel – Mixedmedaille für Wu
Auch in der Kategorie U15 qualifizierten sich Wu und Hu souverän für die Hauptrunde. Enya Hu traf darin auf Alice Chen, gegen die sie bereits in der Gruppenphase der U17-Kategorie gewonnen hatte. Auch beim zweiten Aufeinandertreffen liess sie der Schwedin keine Chance. Im Viertelfinale traf sie auf die französische Meisterin Albane Rochut, mit der sich Hu schon mehrere umkämpfte Duelle geliefert hat. Die ein Jahr ältere Französin zeigte dieses Mal aber eindrücklich, warum sie in Europa die aktuell wohl stärkste Spielerin ihres Jahrgangs ist und setze sich mit 3:0 durch. Lediglich im ersten Satz konnte Hu mithalten, den sie mit 12:14 verlor. Wu musste sich im Achtelfinale der Polin Aleksandra Nawrocka geschlagen geben.
Im Mixed kam es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen der beiden Schweizerinnen. Wu setzte sich dabei an der Seite des Spaniers Ladimir Mayorov gegen Hu und Philip Theisen aus Luxembourg durch. Bereits in Runde 1 hatten Wu und Mayorov mit Chloe Huang und Hachim Tissafi Idrissi aus Frankreich namhafte Konkurrenz ausgeschaltet. Im Halbfinale verloren sie anschliessend gegen ein Polnisches Duo. „Michelle hat ebenfalls ein sehr gutes Turnier gespielt. Sie entwickelt ihr Spiel zurzeit weiter und agiert aktiver, was für die Zukunft eine gute Entwicklung ist. Insgesamt können wir sagen, dass Fortschritte bei allen erkennbar sind und wir positiv gestimmt sind für die Jugend-Europameisterschaften im Sommer“, bilanzierte Pelz.

